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Großübung im Wittekindsland: Feuerwehr und Rettungskräfte proben den Ernstfall bei Massenanfall von Verletzten (MANV)

19. Juni 2026

Enger / Kreis Herford. Ein schwerer Verkehrsunfall zwischen einem Linienbus und zwei PKW, zahlreiche eingeklemmte Personen und insgesamt 24 Betroffene – so stellte sich das dramatische Szenario am Freitagabend, den 19.06.2026, ab 17:00 Uhr dar. Was wie ein Ernstfall klang, war die größte Kreisübung im Wittekindsland seit über zehn Jahren. Unter dem Stichwort „MANV 20“ (Massenanfall von Verletzten) übten rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Deutschem Rotem Kreuz den reibungslosen gemeinsamen Ernstfall.

Das Szenario und die Herausforderung vor Ort

Die Einsatzkräfte wussten im Vorfeld zwar, dass eine Übung stattfinden würde, das konkrete Szenario blieb jedoch bis zum Eintreffen an der Einsatzstelle ein gut gehütetes Geheimnis der Übungsleitung und der Leitstelle. Vor Ort bot sich den ersten Einheiten ein komplexes Bild, denn durch die Wucht des simulierten Aufpralls waren in den beteiligten PKW mehrere Personen massiv eingeklemmt.

Insgesamt mussten 19 verletzte Personen versorgt werden. Die medizinische Einstufung, auch Sichtung genannt, zeigte die Schwere des Ereignisses auf. Sechs Personen waren lebensgefährlich verletzt und wurden der Kategorie Rot zugeordnet. Acht Personen galten als mittelschwer verletzt (Kategorie Gelb) und fünf weitere Personen kamen mit leichten Verletzungen der Kategorie Grün davon. Zudem waren fünf Personen unverletzt betroffen, standen jedoch unter Schock und mussten vor Ort intensiv betreut werden.

Technische Rettung und Hand in Hand mit dem Rettungsdienst

Die Einheiten des Löschzugs Enger, des Löschzugs Dreyen und der Löschgruppe Oldinghausen-Pödinghausen übernahmen unverzüglich die technische Rettung an den verunfallten PKW. Unter dem Einsatz von schwerem hydraulischem Rettungsgerät wurden die eingeklemmten Personen Schritt für Schritt befreit. Parallel dazu unterstützten die Feuerwehrkräfte den Rettungsdienst fortlaufend bei den medizinischen Erstmaßnahmen.

Ein besonderer Fokus der Übung lag auf den strategischen Zielen der Einsatzleitung. Dazu gehörten eine strukturierte Organisation der Einsatzstelle sowie klare Kommunikationsabläufe und Funkstrukturen bei rund 40 eingesetzten Fahrzeugen. Ebenso wichtig war die zügige Sichtung aller Verletzten, um die Schwerverletzten der Kategorie Rot schnellstmöglich zu identifizieren und deren medizinische Versorgung zu priorisieren. Hierfür wurde eine strukturierte Patientenablage eingerichtet und eine Transportorganisation aufgebaut. Das anspruchsvolle Ziel, alle Schwerstverletzten innerhalb einer Stunde nach Einsatzbeginn abzutransportieren, konnte im Rahmen der Übung erfolgreich erprobt werden.

Starkes Ehrenamt und organisationsübergreifende Zusammenarbeit

Während die Kräfte des Rettungsdienstes hauptamtlich tätig sind, wurden die Einheiten der Feuerwehr und des DRK zum Großteil von ehrenamtlichen Kräften gestellt. Die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt sowie über die Stadt- und Kreisgrenzen hinaus funktionierte hervorragend. Ein besonderer Dank gilt dem Planungsteam und der Übungsleitung um Holger Klann, Jan Hendrik Schulte, Matthias Brand, Pauline Kriens und Simon Bertram für die aufwendige Ausarbeitung dieser Großübung.

Dank an Unterstützer und Partner

Ein solch realistisches Training ist nur durch externe Unterstützung möglich. Die Freiwillige Feuerwehr Enger bedankt sich herzlich bei der Firma CT Formpolster Enger für die Bereitstellung des optimal geeigneten Übungsgeländes sowie bei der Firma Kuhlmann Enger für die unkomplizierte Bereitstellung des Linienbusses. Ein weiterer Dank gilt der Jugendfeuerwehr der Stadt Enger sowie den DLRG-Ortsgruppen Herford, Minden und Verl-Rund für die täuschend echte und realistische Unfalldarstellung der Verletzten.

An der Übung waren die Feuerwehren aus Enger, Bünde und Rödinghausen sowie die Feuerwehrzentrale des Kreises Herford beteiligt. Der Sanitäts- und Rettungsdienst wurde durch den Rettungsdienst des Kreises Herford, der Stadt Herford und des Kreises Lippe, die Kreiskliniken Herford-Bünde sowie die DRK-Kreisverbände Herford-Land und Herford-Stadt gestellt. Die Koordination im Hintergrund lief über die Leitstelle des Kreises Herford.

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