Chronik der Freiwilligen Feuerwehr in Westerenger

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1889 kam der lang gehegte Wunsch zur Reife, neben der bereits bestehenden Pflichtfeuerwehr eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Am 16. Mai 1889 traten sämtliche Mitglieder der Pflichtwehr zur Freiwilligen Feuerwehr über. Die Pflichtfeuerwehr bestand jedoch noch weiter.

1 Hermann JuergingAls Hauptmann wurde von der Gemeindevertretung der Kamerad Hermann Jürging bestimmt, sowie als weitere Vorstandsmitglieder: August Riepe (stellvertretender Hauptmann), Wilhelm Horst (Spritzenmeister), Hermann Nottelmann (Kassierer) sowie Friedrich Siekmann (Schriftführer).

Die Wehr bestand um 1890 aus etwa 25 Mann. Sofort wurde eine neue Spritze angeschafft, welche in der Scheune bei Colon Riepe (Möller) untergebracht war. Das Vereinslokal war bei Heinrich Ruwe an der Wertherstraße. Die ersten Übungen fanden im Beisein der Gemeindevertretung zwischen Vorwerk und Riepe statt. Als Anerkennung erhielt die Wehr von der Gemeinde drei Reichsmark für jede Übung.

Im Jahre 1890 erhielt die Wehr zwei Hörner, Hornisten wurden Wilhelm Horst und Hermann Nottelmann. 1891 schaffte man Abzeichen, grüne Blusen mit Kordeln, Ledermützen und Gürtel für 25 Mann an. Um anderen Wehren nicht nachzustehen, stellte man an die Gemeindevertretung einen Antrag zwecks Anschaffung von Helmen, welcher aber abgelehnt wurde. Daraufhin entschlossen sich die Mitglieder der Wehr, die Helme aus eigenen Mitteln anzuschaffen. Alle Mitglieder der Wehr zogen daraufhin mehrfach mit der Spritze von Hof zu Hof, um Spenden für diesen Zweck zu sammeln. Schließlich hatte man die nötigen Geldmittel beisammen, um die Helme anschaffen zu können.

Im Jahre 1900 wurde der Hauptmann Hermann Jürging zum Gemeindevorsteher bestellt. Ihm ist es zu verdanken, dass in den Folgejahren die Ausrüstung der Wehr verbessert wurde. So sorgte er dafür, dass jedes Mitglied mit einem musterhaften Feuerwehrrock eingekleidet werden konnte. Für die Hilfeleistung bei einem Großfeuer in Enger erhielt die Wehr eine größere Summe, die ebenfalls zur Verbesserung der technischen Ausrüstung verwandt wurde.

Im Jahre 1914 konnte die Wehr ihr 25-jähriges Bestehen festlich begehen. An dem im gleichen Jahr ausbrechenden Weltkrieg nahmen viele Mitglieder teil; in diesem Krieg fielen die Kameraden Gustav Niehoff und Heinrich Wöhrmann. Nach Beendigung des Krieges stellten sich die übrigen Mitglieder wieder in den Dienst der Freiwilligen Feuerwehr.

Aufgrund der zunehmenden Entwicklung der Gemeinde Westerenger, genügte bald die Stärke der Mannschaft nicht mehr. Zahlreiche Einwohner meldeten sich zwar zur Aufnahme, konnten aber mangels Ausrüstung nicht aufgenommen werden.

Im Jahre 1920 war die Wehr dann in der Lage, weitere 12 Mann auszurüsten. Mithilfe der Gemeinde und verschiedener Brandkassen konnte im Jahre 1928 die Mitgliederzahl der Wehr auf 51 Mann erhöht werden. Aufgrund dieser personellen Verstärkung wurde die bis dahin noch bestehende Pflichtfeuerwehr im Jahre 1929 aufgelöst.

Der Vorstand im Jahre 1929 bestand aus: Hermann Jürging (Hauptmann), Hermann Kartelmeier (Stellvertreter), Heinrich Banze (Spritzenmeister), Heinrich Horst (Schriftführer) sowie August Kartelmeier (Kassierer).

Im Jahre 1929 ließ die Gemeinde ein Spritzenhaus bauen. Anlässlich der Feier des 40jährigen Bestehens konnte das neu gebaute Gerätehaus eingeweiht werden.

2 Geraetehaus uralt

3 Festschrift 40J 1 4 Festschrift 40J 2

5 Wilhelm FreeseAltersbedingt legte Hermann Jürging im Jahre 1934 das Amt nieder, das er 45 Jahre ausgeübt hatte. Sein Nachfolger wurde Hermann Kartelmeier, der im Jahre 1935 zum Amtsbrandmeister ernannt wurde. Da diese neue Aufgabe viel Arbeit mit sich brachte, übergab dieser die Stelle als Wehrführer an Wilhelm Freese.

Es folgten schwere Jahre. Im 2. Weltkrieg wurden viele Feuerwehrmänner zum Militärdienst eingezogen und die Schlagkraft der Wehr konnte nur notdürftig aufrechterhalten werden. Auch in diesem Weltkrieg verloren einige Kameraden ihr Leben. Im Juni 1941 bekam die Wehr eine Motorspritze.

 

6 Wilhelm Bockermann senIm Jahr 1948 legte Wilhelm Freese sein Amt nieder. Als sein Nachfolger wurde Wilhelm Bockermann sen. bestimmt. Erst allmählich begann eine Aufwärtsentwicklung. Es mussten wieder neue Mitglieder gewonnen werden, da die Wehr auf 40 Mann Stärke geschrumpft war.

Besonders stolz war man im Herbst des Jahres 1958, als die Wehr ein gebrauchtes LF8, Baujahr 1926, erhielt.

 

 

7 Wilhelm Bockermann junIm Jahre 1961 übergab Wilhelm Bockermann sen. das Amt an seinen Sohn Wilhelm Bockermann jun. Dessen Stellvertreter wurde Heinrich Beckmann. Weiter standen ihm Hubert Ebke als Kassierer und Friedhelm Petersmeier als 1. Schriftführer zur Seite.

Bis zum Jahr 1963 gab es kein fahrtüchtiges Feuerwehrauto; so fuhr die Wehr aus Westerenger noch am 08.06.1963 mit einem Wagen der Spedition Albert Wilke zur Schnelligkeitsübung der Ämter Enger und Spenge.

 

Große Freude dann am 27.07.1963. Im Rahmen des Amtsfeuerwehrverbandsfestes des Amtes Enger in der Gemeinde Dreyen wurde der Westerengeraner Wehr ein neuer Feuerwehrwagen (TSF) übergeben.

8 TSF

Im Jahre 1964 wurde das alte Gerätehaus umgebaut. Der Schlauchturm wurde abgerissen und ein Aufenthaltsraum angebaut. Bei den Umbauarbeiten erwirkte Wilhelm Bockermann einen Baustopp, da die Stadt anfangs nicht bereit war, die Toreinfahrt zu vergrößern.

9 Geraetehaus alt

Auf der Jahreshauptversammlung im Januar 1984 wurde der Feuerwehrkamerad Heinrich Beckmann (hinten, 2. von links) nach 32 Jahren aktivem Dienst als Unterbrandmeister und stellvertretender Löschgruppenführer gewürdigt und verabschiedet. Die Löschgruppe dankte ihm für seine geleistete Arbeit und bestellte den Brandmeister Klaus Bockermann zu seinem Nachfolger. Außerdem wurde Hubert Ebke, nach über 20 Jahren Vorstandsarbeit, von Gerd Betke als 1. Kassierer abgelöst. Auch er erhielt Dank für die geleistete Arbeit. Während dieser von 50 Feuerwehrkameraden besuchten Versammlung, konnten die Vorstandsposten wie folgt besetzt werden: Friedhelm Petermeier (1. Schriftführer), Stefan Kauer (2. Schriftführer ), Hermann Wißmann (1. Beisitzer) sowie Herbert Kottenkamp (2. Beisitzer). Der Festausschuss wurde von der Versammlung mit einstimmigem Votum wiedergewählt.

10 JHV1984

Im Januar 1985 wurde das LF 16 TS, Baujahr 1962, vom Löschzug Dreyen übernommen. Vor der Übergabe mussten erst einige Kameraden den Führerschein der Klasse 2 erwerben. Bei der Handhabung (nicht synchronisiertes Getriebe) und Einweisung wurden wir von den Kameraden aus Deyen unterstützt. Die Einsatzmöglichkeiten dieses Fahrzeugs waren natürlich wesentlich besser als die des ausgedienten TSFs.

11 LF16TS12 Beckmann Bockermann

Am 09.06.1990 fand die feierliche Verabschiedung von Wilhelm Bockermann im Westfalenhof statt. Nach 40-jähriger Tätigkeit, davon 29 Jahre als Löschgruppenführer, wurde er mit Erreichen der Altersgrenze aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Stadtbrandmeister Horst Seyer, Stadtdirektor Brüning, Bürgermeister Rieke und Kreisbrandmeister Wilkening dankten ihm für seine langjährige Tätigkeit. Sein Nachfolger wurde Klaus Bockermann und Volker Beckmann als dessen Stellvertreter.

Am 15.12.92, konnte das neue Löschfahrzeug, das LF 8/6 bei der Fa. Schlingmann in Dissen abgeholt werden. Die offizielle Übergabe erfolgte am 22.01.1993.

13 LF8 6

14 Klaus Bockermann15 Christian SpillerAuf der Jahreshauptversammlung am 16.02.1996 gab es eine Änderung in der Löschgruppenführung. Volker Beckmann konnte aus zeitlichen Gründen die Aufgaben des stellvertretenden Löschgruppenführers nicht fortführen. Die Kameraden sprachen sich für Christian Spiller als seinen Nachfolger aus, woraufhin dieser das Amt übernahm.

 

Auf der Versammlung am 07.02.1997 wurde dem Stadtbrandmeister offiziell ein Antrag auf Erweiterung des Gerätehauses übergeben, worauf dieser auch seine Unterstützung zusagte. Es dauerte aber bis zur Ratssitzung am 05.06.2003, bis die erforderlichen Haushaltsmittel von 300.000, -€ und eine Verpflichtungsermächtigung für 2004 in den Haushalt aufgenommen und verabschiedet wurden. Es musste aber weiter bis zum folgenden Dezember gezittert werden, da das Vorhaben durch das Haushaltsicherungskonzept der Stadt Enger von der Zustimmung des Kreises Herford abhängig war. Am 22.01.2004 wurde dann das technische Baubüro der Stadt Enger mit den Planungen und Baugenehmigungen beauftragt. Im Juli lagen alle Genehmigungen vor und am 21.09. war Baubeginn. Die Einweihung fand am 25. und 26. Juni 2005 statt.

Das neue Gerätehaus an der Westerengerstraße wurde mit viel Eigenleistung erstellt. So haben die Kameraden der Löschgruppe nicht nur die komplette Elektro-, Wasser-, und Heizungsinstallation durchgeführt, sondern u. a. auch umfangreiche Malerarbeiten im Innenbereich.

Aber, der Aufwand hat sich gelohnt!

16 Geraetehaus neu

 

17 Einer fuer alle