Chronik der Löschgruppe Oldinghausen-Pödinghausen

„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!”

Aus der Geschichte der Wehr

Die Löschgruppe Oldinghausen-Pödinghausen der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Enger kann in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum feiern. 1985 bekam die Löschgruppe zum 75-jährigen Bestehen die nebenstehende Urkunde.

ehrenurkunde

Die Entstehung der Feuerwehr in Oldinghausen und Pödinghausen reicht jedoch bis in das 19. Jahrhundert zurück. Denn die ehemalige Brandwehr, so wie sie vor 1923 genannt wurde, kann eine wesentlich längere Aktivität für das Gemeinwohl vorweisen: Hermann Niemeyer erhielt bereits 1937 die Gedenkmünze für 50-jährige Mitgliedschaft und in einem Artikel des „Engerschen

Anzeiger“ vom 21. Juli 1933 wurde davon berichtet, dass die Wehr auf eine 45-jährige Tätigkeit

Zurückblicken könne. So marschierte Ehrenmitglied Hermann Biermann (Oldinghausen) 1933 als 75-jähriger an der Spitze des Festumzuges, der der Wehr 45

Jahre die Treue gehalten hatte.

Weiter wird berichtet, dass die Feuerwehr Oldinghausen/Pödinghausen an den Löscharbeiten beim Brand des Holzlagers Heckewerth in Enger am 8. und 9. August 1892 teilnahm. 1913 brannte der Bauernhof Meyer-Everdt in Oldinghausen nieder. Die Wehr Oldinghausen/Pödinghausen beteiligte sich an den Löscharbeiten. Zu jener Zeit trugen die Feuerwehrleute noch dünnes Drillichzeug bei ihren Einsätzen. Da sich viele Männer erkälteten, weil sie stundenlang in nassen Uniformen tätig waren, wurden nach diesem Brand erstmals festere und wärmere Uniformen aus blauem Tuch angeschafft.

Bereits im Dezember 1922 hatten sich Männer gefunden, die die bestehende Brandwehr in einen „Verein“ überführten, ehe die Gründung des Amtsfeuerwehrverbandes Enger erfolgte und die Brandwehr in „Freiwillige Feuer wehr“ umbenannt wurde. 1923 trat auch die Wehr aus Oldinghausen/Pödinghausen diesem Amtsfeuerwehrverband als Mitglied bei.

Der Amtsfeuerwehrverband Enger selbst gehörte dem Minden-Ravensberger-Lippischen-Feuerwehrverband an. Diesen Beitritt betrachtete man als den Beginn einer echten Freiwilligen Feuerwehr; denn nun erfüllte man die Voraussetzungen für eine Aufnahme, die darin bestanden, dass jedes Mitglied unentgeltlich an Übungen und Einsätzen teilnahm. Bisher hatte jeder Feuerwehrmann für die Teilnahme an einer Übung 50 Pf. erhalten. Andererseits wurden aber auch nun Strafen für bestimmte Vergehen festgelegt:

Im Protokoll der außerordentlichen Mitgliederversammlung vom 9. Dezember 1922 beschlossen die 23 anwesenden Mitglieder einen Monatsbeitrag von 25 Mark für aktive und passive Mitglieder zu erheben. Als Aufnahmegebühr waren 100 Mark zu entrichten. Wer ohne Entschuldigung zu einer Übung oder Versammlung zu spät kam, sollte 10 Mark entrichten. 100 Mark für denjenigen, der nicht erschien. Wer seinen Posten bei einem Brande verließ oder bei einem Brande ohne Entschuldigung fehlte, zahlte 500 Mark. Alle passiven Mitglieder waren jedoch von Strafen bei Übungen ausgenommen.

Die Mitglieder der Wehr von 1922/23 waren teilweise bereits Mitglieder der Brandwehr gewesen. Als Brandmeister jener Feuerwehr wird Gottlieb Laege genannt. Seine beiden Söhne wurden später sogar seine Nachfolger.

Die überaus hohen Beiträge und Strafen lassen bereits den Beginn jener katastrophalen Inflation erkennen, die 1923 ihren Höhepunkt hatte und auch im selben Jahr ihr Ende fand. 1923 hatte man kaum Beiträge kassieren können, da das Geld am nächsten Tage ja schon fast wertlos war. Nach der Einführung der Rentenmark, die das Ende der Inflation bedeutete, wurde für das Vierteljahr ein

Beitrag von 1 Rentenmark (später 1 RM) erhoben.

Versammlungen hielt die Wehr in der Gaststätte Metting in Pödinghausen ab, heute „China Restaurant". Man wich dann wegen Unstimmigkeiten zeitweise nach Jöllenbeck in die Gaststätte Kahlenberg aus. 1925 verzichtete man sogar auf ein Vereinslokal und führte die Versammlungen bei Wehrmitgliedern durch. Erst 1926 fand man sich wieder bei Metting ein und blieb hier mit einigen Unterbrechungen bis 1963.

Bereits 1923 durfte die Wehr Oldinghausen/Pödinghausen das 1. Amtsfeuer-wehrverbandsfest feiern. Dieses Fest wurde jedes Jahr von einer anderen Wehr des Amtes Enger ausgerichtet und zählte zu den Höhepunkten im geselligen Leben des Amtes Enger.

Daneben feierte man vereinsinterne Feste. Die ersten fanden in der Gaststätte Niermann in Enger (später Kino) statt. Oft nahmen auch Abordnungen der Wehr an den Festen der Nachbarwehren des Amtes Enger in Jöllenbeck und Eickum teil. Gelegentlich wurde dazu aus der Kasse ein Zuschuss bewilligt. Im Protokoll vom 23.02.1924 heißt es: Teilnahme am Fest der Feuerwehr Eickum in Enger.

Am Sonntag, 01.03. um 15.30 Uhr Antreten beim Kolon Pühmeier (später Lindemann, Pödinghausen Nr. 1). Aus der Kasse wird den Teilnehmern eine Beihilfe von insgesamt 10 RM gewährt.

Die Chronik weiß aus den vergangenen 100 Jahren vieles zu berichten. Hier einige Einzelheiten:

1924 brannte ein Kotten von Grothaus, der unterhalb der Besitzung Kaase lag. Die Wehr hatte zu dieser Zeit 32 aktive Mitglieder. Die vorhandene Ausrüstung reichte zu Anfang nicht für alle Mitglieder. Deshalb trat man an die Gemeinde-vertretungen mit der Bitte um Unterstützung heran. In den ersten Jahren wurde auch eine Sterbekasse gegründet, deren Leitung in den Händen des bewährten Kassierers August Sundermann lag.

1925 verzog der Brandmeister Gustav Laege nach Enger. Zu seinem Nachfolger wählte man seinen Bruder Wilhelm Laege, der sein Amt bis 1929 ausübte. Wegen der großen Arbeitslosigkeit wurden von April 1926 bis Ende des Jahres keine Beiträge erhoben. In diesem Jahre konnten auch die vom Verband verliehenen Gedenkmünzen für 25jährige Mitgliedschaft an die Ehrenmitglieder verliehen werden. Es waren die Kameraden Wilhelm Barmeyer, Hermann Rollmann, Heinrich Feld-mann, Heinrich Gößling, Gottlieb Laege und Hermann Niemeyer. Zu dieser Zeit wurde auch eine eigene Musikkapelle ins Leben gerufen. Es war ein Spielmannszug mit Trommeln und Pfeifen. Kamerad Wilhelm Sundermann wurde zum Tambourmajor gewählt. Die Kapelle bestand allerdings nur etwa drei Jahre.

1926 mussten zwei Brände bekämpft werden. Einer bei Barmeyer, der in einem Kotten von Vorwerk wohnte, in der Nähe der heutigen Firma Hagemeyer Haustechnik. Der andere Brand war beim Fuhrunternehmer Menke in Oldinghausen.

1927 brannte die Besitzung Kleinebrand in Pödinghausen. Wenn ein Brand bekannt wurde, so rief ein Hornist die Feuerwehrleute zum Einsatz. Es gab damals noch keine Sirenen. Zum anderen waren viele Wehrmitglieder in der Landwirtschaft tätig und konnten durch ein Hornsignal leicht alarmiert werden. Die Kameraden Niederjohann aus Oldinghausen und Tempelmeier aus Pödinghausen wurden als Hornisten genannt. Letzterer wurde später durch die Kameraden Kaase und Rolf abgelöst. Ein Signalhorn wird noch heute als Erinnerungsstück aufbewahrt.

1929 trat Brandmeister Wilhelm Laege von seinem Amt zurück. Es kam zu größeren Veränderungen im Vorstand. Neuer Brandmeister wurde August Bitter, Stellvertreter Heinrich Kreft. Als Rohrführer wurde Heinrich Bockstette gewählt.1930 wurde der langjährige stellvertretende Brandmeister Hermann Niemeyer zum Ehrenhauptmann ernannt. Am 8. September des gleichen Jahres fand wieder eine große Feuerwehrübung des Amtsfeuerwehrverbandes in Pödinghausen statt. Die Übung zeigte auf, dass die vorhandenen Teiche teils trocken und zum anderen auch zu weit vom Dorfe entfernt waren um im Ernstfall genügend Wasser zur Stelle zu haben. Eine Skizze des Brandmeisters Bitter bemaß die Distanz von 1300m vom Teich in der Nähe der „Alten Schule Pödinghausen“ bis zur Möbelfabrik der Gebrüder Kuhlmann.

1932 brannte ein Stallgebäude von Hermann Nienaber. Der folgende Brief vom Bürgermeister an den Brandmeister Bitter sollte ein derartiges Problem am Spritzenunterstand zukünftig vermeiden helfen:

 brief 1

 

1935 wird die erstaunliche Zahl von 23 abgehaltenen Übungen genannt.

1938 musste ein Brand bei Biermann in Oldinghausen bekämpft werden. Mit dem am 23. November 1938 erlassenen „Gesetz über das Feuerlöschwesen“ wurde den Ländern die Kompetenz für das Feuerwehrwesen entzogen. Zwar mussten die Kommunen weiterhin alle Kosten für Personal, Gerät, Unterkunft usw. tragen, die Dienstaufsicht ging jedoch auf das Reich über. Berufsfeuerwehren wurden in Deutschland jetzt als Feuerschutzpolizei bezeichnet.

Über die dann bald folgenden Kriegsjahre weiß die Chronik wenig zu berichten. Das letzte Protokoll wurde über die Jahreshauptversammlung 1938 geschrieben.

Im November 1939 bekam der Maurermeister Bitter den Zuschlag für den Bau einer Feuerlösch-Zisterne in Pödinghausen. Sie sollte das Problem, welches bei der großen Feuerwehrübung des Amtsfeuerwehrverbandes bereits 1930 erkannt wurde, endlich lösen. Die Möbelfabrik der Gebrüder Kuhlmann musste jedoch die Fläche dafür unentgeltlich und dauerhaft zur Verfügung stellen und der Gemeindekasse einen Zuschuss von 300 RM zahlen.

Ab 31. Juli 1940 verloren die Freiwilligen Feuerwehren ihren Status als Vereine und Verbände, sofern sie nicht ohnehin Einrichtung der Gemeinde waren. An die Stelle der Vereine trat eine nach Löscheinheiten gegliederte Hilfspolizeitruppe. Aus Oldinghausen und Pödinghausen waren viele Wehrmitglieder zum Kriegsdienst einberufen worden. So war es nicht verwunderlich, dass Männer aus Oldinghausen und Pödinghausen verpflichtet wurden. Nicht alle konnten dieser Verpflichtung nachkommen, was ein Schreiben an den Landrat des Kreises Herford belegt:

 brief 2

Diesem Antrag wurde damals stattgegeben, da der Name des Antragstellers nicht im Mitglieder-Verzeichnis des „Halblöschzug VI“ Oldinghausen-Pödinghausen auftauchte.

In den Rückzugswirren des Jahres 1945 kam die Wehr durch Zufall und Organisationstalent an eine Motorspritze. Eine Einheit der Feuerschutzpolizei (Feuerschutzpolizei war ab 1938 die offizielle Bezeichnung für die Berufsfeuerwehr, als ein der Polizei untergeordnetes staatliches Organ) aus dem Bergischen Land befand sich auf dem Wege zum Wiehengebirge. Die Einheit war mit mehreren Fahrzeugen und Spritzen ausgerüstet. An einer Spritze entstand ein Schaden, so dass sie nicht mehr transportfähig war. Sie wurde einfach in den Straßengraben gefahren und stand einige Tage bei Bruning, Pöding-hausen Nr. 5, an der Straße. Dann fiel sie dem damaligen kommissarischen Brandmeister Heinrich Bockstette auf, der sie sicherstellte. Ihr Fund wurde gemeldet und die Spritze wurde der Feuerwehr Oldinghausen/Pödinghausen von der Wehrmacht übereignet.

Die bisherige Spritze war seit vielen Jahren eine Handdruckspritze gewesen, die von acht Mann bedient werden musste. Schon zu dieser Zeit wurden viele Pläne gemacht eine kleine Garage oder Baracke für die Motorspritze zu bauen aber es fehlten die Mittel.

Am Ende des Krieges hatte man die Kameraden Hermann Reckmann, Hermann Gerdener, Wilhelm Kaase, Wilhelm Kleimann, Hugo Pühse, Heinrich Rolf und Wilhelm Sanker als Gefallene oder Vermisste zu beklagen. Es dauerte einige Jahre bis sich die Wehr wieder zusammengefunden hatte und auch wieder Protokolle von den Versammlungen angefertigt wurden.

Bereits kurz nach Ende des 2. Weltkrieges wurde das Rundschreiben Nr. 1 vom 19.06.1945 an die „Herren Unterkreisführer der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Herford-Land“ sowie an die Einheitsführer freiwilligen Feuerwehr des Amtes Enger zur Kenntnis und Beachtung geschickt. Die offenen Fragen wurden zuvor durch den zuständigen Offizier der Militär-Regierung geklärt (Auszug):

  1. 1. Die Mannschaftsstärke durfte nicht verändert werden. Entlassungen konnten nur vorgenommen werden, wenn der Mann aufgrund seines Gesundheitszustandes oder seines Alters nicht mehr in der Lage war seinen Dienst auszuführen;
  2. 2. im Dienst musste die Uniform mit Kragenspiegel und Rangabzeichen wie bisher getragen werden. Die Hoheitszeichen auf dem Ärmel, an der Mütze, am Stahlhelm und an den Fahrzeugen mussten entfernt werden. Eine auf Liste geführte Armbinde musste getragen werden;
  3. 3. besondere Ausweise für die Feuerwehrmänner gab es nicht. Als Ausweis genügte die Uniform mit der Armbinde und Personalausweis.
    Hiermit war jeder Feuerwehrmann berechtigt auch während des Ausgehverbotes bei Ausbruch eines Brandes die Straße zu betreten;
  4. 4. die Alarmierung erfolgte über Signalhörner und Sirenen, denn die Telefone der Feuerwehren waren noch nicht freigegeben;
  5. 5. Übungen mussten alle 14 Tage mit mindestens 2 Dienststunden abgehalten werden. Fußdienst und Belehrungen über das o.g. „Gesetz über das Feuerlöschwesen“ hatten zu unterbleiben;
  6. 6. als „Ehrenbezeugungen“ musste nun der Gruß durch Anlegen der rechten Hand an die Kopfbedeckung ausgeführt werden (Gruß – Meldung – Gruß);
  7. 7. über Geräte und Personalstand war alle 14 Tage dem Sachverständigen der Militär-Regierung Meldung zu machen.

Heinrich Bockstette, der bereits seit 1943 kommissarisch als Brandmeister tätig war, wurde 1946 zum Nachfolger des Brandmeisters August Bitter gewählt und ein Jahr später zum Brandmeister ernannt.

1946 machte sich Unmut in der verbliebenen Wehr breit, der in einem Schreiben an den Hauptbrandmeister Hermann Kartelmeyer sinngemäß so ausdrückt wurde: Es sei nur noch ein Kamerad aus der Gemeinde Oldinghausen Mitglied der Feuerwehr, der infolge seines Berufes als Heuerling beim Bauern Beck meistens verhindert sei. Diese Unzufriedenheit mit der Stärke der Einheit wurde dann noch von dem Problem der Unterbringung der Motorspritze in der Scheune des Bauern Lindemann, Pödinghausen Nr. 1, vollendet. Bei einer Übung stellten sich „unhaltbare Zustände“ heraus. Um überhaupt an die Motorspritze heranzukommen, mussten in der Scheune verschiedene Acker- und Erntewagen hin- und hergeschoben werden. Die Freude am Dienst sei den Kameraden durch solche vorhandenen Missstände genommen. Es sei dringend erforderlich, die Spritze in geeigneter Weise unterzubringen. Doch gingen wieder einige Jahre ins Land.

Noch im Juli 1949 wurden die Bauern in Oldinghausen (Ebmeyer, Riepe, Jürging und Kiehl) und Pödinghausen (Lindemann, Stute, W. Bruning, Grothaus, H. Bruning, Nunnensiek, Duda, Ellerbrock und Lüninghöner) zur „Gestellung eines mit 2 Pferden bespannten und mit Wasser gefüllten Wasserfasses zu Zwecken des Feuerlöschdienstes für die Zeit vom 20.08.1949 bis 19.08.1950“ herangezogen.

Dann brannte es 1949 auf dem Bauernhof Riepe in Oldinghausen. Weil es schon seit Jahren an einer ordnungsgemäßen Unterbringung der Spritze mangelte, kam die Wehr erst spät am Einsatzort an. Diese Erfahrung führte dazu, dass man sich energisch an den Bau eines Gerätehauses machte.

Durch die Unterstützung der Gemeinderäte von Oldinghausen und Pödinghausen unter ihren damaligen Bürgermeistern Rudolf Hönerhoff und Wilhelm Brinkmann wurde im November 1949 mit dem Bau eines Gerätehauses begonnen. Es wurde im März 1950 gerichtet und konnte im September 1950 im Rahmen eines Festes von der Wehr übernommen werden. Es wird zurzeit umgebaut und befindet sich im „Oldinger Sundern“ genau zwischen den ehemaligen Gemeinden. Die Mitglieder richteten sich nun einen Raum im Gerätehaus mit Tischen und Stühlen ein. Seither finden alle Versammlungen hier statt.

1952 werden folgende Kameraden als Vorstandsmitglieder genannt:

Brandmeister: Heinrich Bockstette, Stellvertreter: Hermann Barmeyer, Kassierer: Gustav Bockstette, Unterkassierer: Herbert Dellbrügge, Schriftführer: Hermann Mohrmann. Ein Zimmerbrand in Pödinghausen und ein Brand in Herringhausen wurden bekämpft.

1953 brannte die Kornscheune des Bauern Bruning, Pödinghausen Nr. 3. Auch hier war die Wehr im Einsatz.

Die Mitgliederzahl der Wehr hat in den Jahren nach dem Krieg nie wieder ihren hohen Stand wie in den zwanziger Jahren erreicht. Doch immer wieder fanden sich verantwortungsbewusste Männer, die bereit waren, ihre Zeit und ihre Gesundheit in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen.

1954 waren es 15 aktive Kameraden, 3 passive und 3 in der Altersabteilung. Durch die bessere Ausrüstung konnte auch eine kleine Zahl wirkungsvoll an einer Brandbekämpfung teilnehmen. In diesem Jahr beteiligte sich die Wehr am Katastropheneinsatz beim Kalksandsteinwerk in Oldinghausen. Hier waren große Sandmassen auf einige Arbeiter gerutscht. Leider konnten drei Arbeiter nur noch tot geborgen werden.

Am 03.07.1955 wurde dem Kameraden Heinrich Feldmann, Pödinghausen, zu seiner 50-jährigen Mitgliedschaft gratuliert.

1956 wurde die Motorspritze mit einem Kostenaufwand von 395 DM repariert. Bei einer Übung zeigte sich der gute Zustand der Spritze.

1959 trat Brandmeister Heinrich Bockstette aus Altersgründen von seinem Amt zurück. Sein Nachfolger wurde Hermann Barmeyer, der schon viele Jahre als Stellvertreter tätig gewesen war. Im Herbst desselben Jahres brannte der Schweinestall des Bauern Jürging in Oldinghausen.

Schon 1960 hatte die Wehr als Fahrzeug einen VW-Bully erhalten. Es war ein TSF(T), d.h., ein Tragkraft-Spritzen-Fahrzeug für Truppbesatzung.

1963 wurde für die Wehr eine Motorspitze Modell TS 8/8 angeschafft. Es war eine Tragkraftspritze, die 800 Liter Wasser pro Minute aus 1 Meter Tiefe fördern konnte.

Hermann Barmeyer übte sein Amt als Wehrführer bis 1964 aus. Herbert Dell-brügge löste ihn ab. Als Mitglieder des Vorstandes werden in jenen Jahren die Kameraden Gerhard Göring, Wilfried Kreft, Gustav Bockstette, Peter Schulze, Hugo Löffelbein, Kurt Sanker und Max Blinde genannt.

1973 wurde das Stadtfeuerwehrfest, so heißt es nach der Gebietsneuordnung, am Gerätehaus der Wehr veranstaltet.

Die Löschgruppe von 1973 hatte am 01.01. des Jahres 12 aktive Mitglieder, 4 in der Altersabteilung und 8 fördernde Mitglieder. Löschgruppenführer war Brandmeister: Gerhard Göring, sein Stellvertreter Unterbrandmeister Max Blinde. Im Jahre 1973 werden die Kameraden Herbert Dellbrügge und Heinrich Soll für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt und erhalten dafür das Feuerwehrverdienstkreuz.

1975 fand beim Kameraden Max Blinde die Weihnachtsfeier statt.

Das Jahr 1976 begann mit einem Brand beim Kameraden Lüninghöner. Auch besuchte man das Sportfest in Pödinghausen und machte erfolgreich beim „Spiel ohne Grenzen“ mit.

1979 wurde Max Blinde kommissarisch zum Löschgruppenführer ernannt. Er wurde dann 1980 erneut als Gruppenführer bestätigt und bekam als Stellvertreter Hans-Dieter Beckmann an seine Seite. Klaus Weigel trat in die Löschgruppe ein, das heute dienstälteste aktive Mitglied der Löschgruppe ist.

Die erste Tannenbaum-Aktion wurde 1979 von der Löschgruppe ins Leben gerufen. Der Gewinn ging damals an das Johannes-Falk-Haus in Lippinghausen. Einige Zeit später kamen die Vereine in Oldinghausen und Pödinghausen dazu und verhalfen der schlichten Tannenbaum-Aktion ein kleines aber feines Dorffest zu werden. Anfangs war es auch noch erlaubt die Bäume zu verbrennen, was dann im Zuge des Umweltgedankens jedoch verboten wurde. Von da an wurden die Bäume gehäckselt und zur Kompostierung gebracht.

Die Dorfgemeinschaft und die Beziehung zu den Vereinen in Oldinghausen und Pödinghausen war seit jeher ein wichtiges Gut für die Löschgruppe. So beteiligt sich die Löschgruppe auch heute noch an der Ausrichtung des Osterfeuers des Schützenvereines Oldinghausen. Sie war zurzeit als die Vereine den „Tanz in den Mai“ in der Bushalle Kuhlmann ausrichteten natürlich auch mit dabei. Hans-Dieter Beckmann löste dann 1984 Max Blinde als Löschgruppenführer ab. Am 24.01.1989 brannte ein umgebautes Bauernhaus an der Schulstraße, im welchen bereits Jahre vorher 3 Menschen ihr Leben durch ein Verbrechen verloren.

1990 wurde die Städte-partnerschaft mit der Stadt Lichtenstein (Sachsen) ins Leben gerufen, an der sich auch die Feuerwehr der Stadt Enger beteiligte. Im September desselben Jahres brachte man mit einigen Kameraden aus Enger, Dreyen und Oldinghausen-Pödinghausen ein Hilfs-fahrzeug nach Lichtenstein.

1992 bekam die Löschgruppe einen 30 Jahre alten Kommandowagen vom Löschzug Enger. In diesem Jahr wurde im März auch die Jugendfeuerwehr der Stadt Enger gegründet. Als erstes Jugendfeuerwehrmitglied wechselte Kay Janßen zu den Kameraden der Löschgruppe in den aktiven Dienst.

Im Februar 1993 übernahm Patrick Kulemann kommissarisch die Führung der Löschgruppe bis er die erforderlichen Lehrgänge absolviert hatte. Zu dieser Zeit übernahm er die Verantwortung für 19 aktive Mitglieder. Sein Stellvertreter war damals Wolfgang Stakelbeck. Ende August des gleichen Jahres wurden die Produktionshallen der ALLIGATOR Farbwerke ein Raub der Flammen und die Löschgruppe war voll im Einsatz. Insgesamt rund 120 Feuerwehrleute mit 15 Großfahrzeugen bekämpften den Brand. Glücklicherweise wurden nur zwei Feuerwehrleute leicht verletzt.

Bereits im Mai des Jahres 1996 gab es einen Wechsel an der Spitze der Gruppe. Wolfgang Stakelbeck löste Patrick Kulemann als Löschgruppenführer ab, der aber weiterhin als Stellvertreter Stakelbecks fungierte. Im weiteren Verlauf des Jahres veranstaltete die Löschgruppe einen „Tag der offenen Tür“ an ihrem kleinen Gerätehaus. In der Zeit davor war es von den Kameradinnen und Kameraden renoviert worden. Fenster wurden erneuert, eine Decke wurde gedämmt und verkleidet und die Wände wurden gestrichen. Das erste weibliche Mitglied der Löschgruppe war Manuela Löffelbein, die in diesem Jahr zur Feuerwehrfrau befördert wurde. Heiko Janßen wechselte von der Jugendfeuerwehr zur Löschgruppe, die damit 16 Wehrleute stark war.

1997 richtete die Löschgruppe das Stadtfeuerwehrfest aus. Die 18 Aktiven der Gruppe hatten zusammen mit ihren Helfern wieder einiges auf die Beine gestellt. Ein festlicher Aufmarsch der Feuerwehren war auf dem Sportplatz in Pödinghausen zu sehen.

Im Juli konnte dank des schnellen Eingreifens der Kameraden aus Enger und Oldinghausen-Pödinghausen ein Brand (durch Blitzeinschlag) im Bereich eines Dachstuhles am Schlehenweg rasch eingedämmt werden. Im September brannte eine Lackfabrik in Besenkamp zu der auch die Löschgruppe aus Oldinghausen-Pödinghausen gerufen wurde. Nach Funkenflug beim Abfüllen von Lösungsmitteln stand eine Halle binnen weniger Minuten in Flammen. Mit 21 Einsatzwagen waren die Wehren angerückt, um das Feuer zu löschen.

1998 richtete die Löschgruppe einen „Tag der offenen Tür“ aus. Vor Ort hatte man genügend Platz für eine Fahrzeug-schau, Übungen der Jugendfeuerwehr und andere Demonstrationen. Vom Neubaugebiet „Große Breede“ war noch nichts zu sehen.

Wie in den Jahren zuvor fehlten Mittel für die Löschgruppe und so griffen die Kameraden und Kameradinnen selbst zur Schaufel. In Eigenleistung legten sie vor dem Gerätehaus 1999 eine Hofbesfestigung mit Verbundsteinpflaster an.

Im Vorsteherweg ereignete sich im Jahr 2000 ein Brand in einer Tiefgarage.

2001 entstand in einem Container auf dem Gelände der ehemaligen Firma Ebke-Küchen ein Brand. Neben der Löschgruppe war auch der Löschzug aus Enger an den Löscharbeiten beteiligt.

2002 feiert man in Oldinghausen-Pödinghausen das Stadt-Feuerwehrfest. Wie in den Jahren zuvor folgte der Zug den Klängen des Spielmannszuges „Frei weg“ aus Oldinghausen. In diesem Jahr konnte man erstmals durch die „Große Breede“ marschieren, wenn auch nur auf einer Baustraße.

Im Herbst 2002 kämpfen die Mitglieder der Löschgruppe um den Erhalt ihres alten Gerätehauses. Nach dem Willen einiger Politiker sollte es abgerissen werden und im Industriegebiet Enger-Süd neu gebaut werden. Als eines der letzten Gerätehäuser mit Schlauchturm steht es in der Mitte einer gewachsenen Ortschaft aus der es nach einhelliger Meinung nicht wegzudenken war. Glücklicherweise entschied man sich den Standort beizubehalten und das Gerätehaus umzubauen und zu erweitern. (Dieses Vorhaben sollte jedoch erst 2009 verwirklicht werden.)

Lichterloh brannte 2003 das Gebäude der Firma Laker an der Ringsthofstraße. Lappen, die mit einem speziellen Lösungsmittel getränkt waren, hatten sich selbst entzündet.

Erstmalig feierte man 2005 zum 95-jährigen Bestehen der Löschgruppe ein Oktoberfest. In gewohnter Manier wurden Bürger und befreundete Wehren zu einem gemütlichen Fest eingeladen. Stefanie Janßen trat als 2. Frau in die Feuerwehr ein.

Der Sturm „Kyrill“ hinterließ auch im Stadtgebiet Enger einiges an Sturmschäden und der Löschgruppe eine Menge Arbeit. An zwei Tagen Anfang Januar 2007 rückte die Löschgruppe zu mehr als 20 Einsatzorten aus. Bereits einen Monat später schlug ein Blitz in die Gasleitung eines Hauses in der Großen Breede ein und entzündete das ausströmende Gas. Hans-Niklas Kleine-Dingwerth schloss sich der Löschgruppe an.

2008 wurden Max und Hans Blinde für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Löschgruppe geehrt.

Nach der Tannenbaumaktion 2009 traten Susanne und Peter Darm in die Feuerwehr ein. Im September 2009 war es endlich soweit – das Gerätehaus soll umgebaut werden. Im Dienstbuch der Löschgruppe notierte man: „Einpacken der Habseligkeiten“. Als provisorisches Gerätehaus dient zurzeit die Bushalle des Bus- und Krankentransportunternehmers Wilhelm Kuhlmann an der Südstraße.

Wegen des Umbaus fand die Jahreshauptversammlung 2010 der Löschgruppe im Schützenheim Oldinghausen statt. Mit Vollendung ihres 18. Lebensjahres wechselten Daniel Niestradt und Robin Scheffer von der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst. Zurzeit sind 18 männliche und zwei weibliche Mitglieder im Dienste der Einwohner von Oldinghausen und Pödinghausen tätig.

Wenn die Löschgruppe Oldinghausen-Pödinghausen der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Enger in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiern kann, so bedeutet dieses mehr als 100 Jahre Einsatz von Idealisten für die Gemeinschaft.

Hier endet der Auftrag des Chronisten. Möge der Löschgruppe Oldinghausen/ Pödinghausen weiterhin eine erfolgreiche Arbeit im Dienst für die Allgemeinheit möglich sein nach dem Wahlspruch: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!"