Die Geschichte der Löschgruppe Enger-Nord

Die Löschgruppe Besenkamp entstand im Jahre 1876. Die Initiative zur Gründung einer freiwilligen Feuerwehr im Ortsteil Besenkamp ging von den Bürgern Fr. Lindemeier, Herm. Pieper und Ph. Wortmann aus. Diese Namen sowie das Gründungsjahr sind aus alten Dokumenten ersichtlich. Weitere Fakten aus dem vorigen Jahrhundert sind nur noch teilweise vorhanden und so dauert es bis zum Jahr 1881 , bis in den alten Kassenbüchern eine große Einnahme erscheint. Hierbei handelt es sich um eine Überweisung der Provinzial Versicherung in Höhe von 600 Mark zur Anschaffung von Löschgeräten. Uniformen und persönliche Ausrüstungsgegenstände mussten von den ehrenamtlichen Helfern aus eigener Tasche bezahlt werden. Das Disziplin schon damals sehr wichtig war, ist aus dem Strafenkatalog ersichtlich. Danach wurden die Kameraden für Verspätungen sowie unentschuldigtes Fehlen beim nächsten Übungsdienst zur Kasse gebeten. Pärmien der Brandkassen nach Schadensfeuern und Mitgliedsbeiträge waren ausschließliche Finanzquelle der Feuerwehr.

Aus Anlass des 10jährigen Bestehens feierten die Löschgruppe und die Besenkämper Bevölkerung im Jahre 1886 das erste Stiftungsfest. Die Feuerwehrfeste zu den "runden Jubiläen" ziehen sich wie ein roter Faden durch die "frühen Jahre" der Feuerwehr.

So feierten die Besenkämper kurz nach dem Jahrhundertwechsel noch zu "Kaisers Zeiten" das 25jährige Bestehen der Löschgruppe Besenkamp mit vielen Ehrungen der Gründungsmitglieder für 25 jährige Dazugehörigkeit. Selbst das 60 jährige Bestehen im Jahre 1936 konnte mit enigen Feuerwehrmännern der ersten Stunde begangen werden.

Bei diesem großen Zeitsprung von 1901 bis 1936 darf ein Ereignis nicht übergangen werden, dass ebenso wie der Zusammenschluss der Besenkämper Voraussetzung für die jetzige Löschgruppe Enger- Nord war.

Im Jahre 1907 begannen die Feuerwehrmänner in Belke-Steinbeck sich zu organisieren. Die hilfreichen Männer, die in kurzer Zeit eine Menschenkette auf die Beine stellen konnten und randvoll gefüllte Eimer zu einem lichterloh brennenden Haus trugen gründeten die Löschgruppe Belke-Steinbeck. Anders als in Besenkamp sind die Namen der Feuerwehrmänner der ersten Stunde aus Belke-Steinbeck in den Wirren des Zweiten Weltkrieges verloren gegangen. Bekannt ist lediglich, dass ein unbekannter Werber von Haus zu Haus zog und zur Gründungsversammlung der Feuerwehr in die Gaststätte Plass einlud.

Bedenkt man die Bauweise der Gebäude zur damaligen Zeit und die weiten Anmarschwege der Feuerwehr, so ist es nur der weitläufigen Bebauung zuzuschreiben, dass sich in beiden Ortsteilen keine großen Feuersbrünste ereigneten. Mit Handdruckspritzen, von Pferden der ortsansässigen Bauern gezogen rückten die Kameraden von damals zu den Einsätzen aus. Immer unterstützt von vielen "zivilen" Helfern, die zur Wasserbeschaffung eingesetzt wurden. Nach dem ersten Weltkrieg war die Löschgruppe Belke-Steinbeck so stark dezimiert worden, dass die Einberufung einer Zwangsfeuerwehr unumgänglich wurde um den Feuerschutz zu gewährleisten. Im Jahre 1936 nahm das Feuerwehrleben dann auch hier wieder den gewohnten freiwilligen Gang.

Nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1946 war es dann endlich soweit: Die alte Handdruckspritze wurde von der ersten- allerdings schon gebrauchten Motorspritze abgelöst.
Bis in die 60er Jahre bestimmte daher das Warten auf einen Traktor oder Lastkraftwagen, der die Spritze zum Einsatzort ziehen mußte, das Feuerwehrgeschehen, wenn es brannte. 1962 bekamen dann zuerst die Löschgruppe Besenkamp unter dem damaligen Brandmeister Hans-Egon Hegemann und 1963 die Löschgruppe Belke-Steinbeck unter Brandmeister Rudi Seipelt ihre ersten eigenen Löschfahrzeuge. Diese beiden Fahrzeuge der Firma Ford, mit einem Aufbau der Firma Schlingmann in Dissen waren als Erblasten von der Löschgruppe Enger Nord bei deren Gründung mit zu übernehmen. Inzwischen sind beide Fahrzeuge der Kategorie TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug) ausgemustert und wurden dem Feuerwehrmuseum Stift-Quernheim zur Verfügung gestellt. Das jetzige Gerätehaus der Löschgruppe wurde im Jahre 1965 bezogen und seitdem von Steinbeckern und Besenkämpern genutzt.

Weitere Höhepunkte im Leben der beiden Gruppen bildeten das 100 jährige Bestehen der Löschgruppe Besenkamp im Juni 1976 sowie das 80 jährige Bestehen der Löschgruppe Belke-Steinbeck im Jahre 1987. da bei dieser Gelegenheit der aus Enger stammende Kreisbrandmeister Ludewig mit einem großen Zapfenstreich verabschiedet wurde, kamen mehr als 1000 Feuerwehrleute am Festplatz in Belke-Steinbeck zusammen.

Am 1.November 1988 kam es dann zur offiziellen Verschmelzung der Löschgruppen Belke-Steinbeck und Besenkamp zu der Löschgruppe Enger-Nord.

Politischer Druck bezüglich der Beschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs war Ursache dieser Fusion. Die beiden alten Fahrzeuge der Gruppen stammten aus dem Jahr 1961 und waren seit langer Zeit nicht mehr einsatztauglich. Da die Kommunalpolitik nicht bereit war zwei neue Fahrzeuge zu beschaffen , wurde den Löschgruppen die Fusion mit der Option einer Fahrzeugbeschaffung nahegelegt. Nach langen Gesprächen gelang am 16.09.1988 der Durchbruch, so daß der Gründung am 01.11.1988 nichts mehr im Wege stand. Der hierdurch entfachte Motivationsschub der aktiven Kameraden spiegelt sich in der 85 prozentigen Dienstbeteiligung im ersten Jahr wieder.

Am 09.März 1990 war es dann endlich soweit. Das neue Löschgruppenfahrzeug LF 16/TS wurde am Gerätehaus feierlich übergeben. Im gleichen Moment wurde das ältere der beiden TSF Fahrzeuge dem Feuerwehrmuseum in Kirchlengern zur Verfügung gestellt.
Der Zeitraum im Frühjahr 1990 bescherte den Kameraden viel Arbeit, da in zahlreichen Sonderdiensten das Einsatzspektrum des neuen Fahrzeuges erarbeitet werden mußte, um in kürzester Zeit die Fähigkeit zu erlangen, in Not geratene Menschen unter Zuhilfenahme moderner Gerätschaft zu retten. Ebenfalls im Jahre 1990 wurden 5 Funkmeldeempfänger für die Löschgruppe beschafft, die eine schnellere Einsatzbereitschaft gewährleisteten.

Am 21. April 1991 präsentierte man an einem Tag der offenen Tür das neue Fahrzeug einer breiten Öffentlichkeit. Zur großen Jungfernfahrt ging es im September 1991 im Rahmen der Städtpartnerschaft Enger / Lichtenstein zum Feuerwehrfest in die sächsische Kleinstadt.

Im November 1992 wurde Jörg Mantwill zum stellvertretenden Löschgruppen führer bestellt. Er ersetzte Manfred Klemme, der aus gesundheitlichen Gründen den aktiven Dienst nicht weiterführen konnte. Mit dieser Ernennung wurde eine Verjüngung und Zukunftsorientierung eingeleitet, die im Februar 1995 vollendet wurde. Der langjährige Löschgruppenführer Hauptbrandmeister Klaus Mantwill trat zurück. Jörg Mantwill und Michael Berg bilden seither die Spitze der Löschgruppe Enger-Nord. Ein weiteres Higlight gab es 1997 zum Nikolaustag. Der Tausch des TSF Fahrzeugs gegen ein neues MTF (Mannschaftstransportfahrzeug) der Marke Mercedes-Sprinter sorgte für einen schönen Jahresabschluß.

Durch vielfältiges Engagement im Norden der Widukindstadt wie Teilnahme beim Kinderschützenfest und Schützenfest des SV Nordengerland, beim Sportfest des SC Enger 13/53 sowie beim traditionellen Osterfeuer des Kameraden Lange ist die Löschgruppe auch außerhalb von Feuerschutz und Hilfeleistung aus den Ortsteilen nicht wegzudenken.

Wir hoffen, in unserer nächsten Festschrift auch das Feuerwehrfest Pfingsten 2001 als Höhepunkt in der dann zu erstellenden Chronik aufführen zu können.

 

Schließen möchten wir diesen kurzen historischen Ablauf der Feuerwehrgeschichte im Norden Engers mit den Worten unserer Gründer:
Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr