Unser Gerätehaus

1. GerätehausAm Anfang des 19. Jahrhunderts, also noch weit vor der Gründung der Turnerfeuerwehr und der späteren Freiwilligen Feuerwehr war Enger im Besitz von Löschgeräten und zwei Spritzen. In einem kleinen Haus an der Steinstraße waren die Utensilien untergebracht, allerdings konnte die eine Spritze, welche für Landgemeinden wie Enger bestimmt war, aus Platzmangel dort nicht abgestellt werden.

Bereits 1818 sollte das Haus erweitert werden und auch ein Arrestlokal und eine Amtsstube erhalten. Doch aus Geldmangel wurden die Pläne erst im Jahr 1832 wieder aufgegriffen. Ein Jahr später mussten die Löschgeräte umziehen. Die neue Unterkunft war jetzt an der Renteistraße in einem Kotten zusammen mit einer Wachtstube, einem Gefangenenlokal, einem Bürgergewahrsam, einer Stube, einer Kammer und einem Stall.

Bis 1875 blieben die Gerätschaften in dem Gebäude, dass gegenüber dem heutigen neuen Gemeindehaus lag. Aufgrund eines Umbaus konnte eine Unterbringung der Spritzen dort nicht mehr erfolgen. Sie wurden bis 1897 in einem Anbau der Gastwirtschaft Pörtner an der Bünder Straße ( heute Ärztehaus an der Ecke Meller Straße) mehr schlecht als recht untergestellt.

Das Gerätehaus im BauDann kaufte die Stadt ein Grundstück bei der Riepeschen Mühle am Bolldammbach und errichtete dort eine Wellblechbaracke. Diese lag später einer Verlagerung der heutigen Mühlenstraße im Wege und auch das Wellblech war vom Verfall betroffen, so dass die Utensilien in dem Spritzenhaus verdarben und dadurch Werte verloren gingen. Die Stadt sah sich aber aus Mangel an finanziellen Mitteln erst im Jahr 1926, als die Unterkunft einen völlig desolaten Zustand aufwies, zum Handeln bewegt.

Das Gerätehaus im BauEs wurde ein Grundstück an der Nordhofstraße Ecke Ringstraße zum Bau eines neuen Gerätehauses ausgewiesen. Unter größten Anstrengungen der Stadt - sie bekam von der Provinzial Feuersozität Münster einen Kredit - konnte ein 150 qm großer Raum zur Unterbringung der Feuerlöschgeräte und ein Steigerturm errichtet werden.

Am 4. Juli 1930 konnte die Wehr in ihr neues Heim einziehen. Im Laufe des Jahres 1949 wurde das Gebäude aufgestockt. Hierdurch konnte ein Lehrsaal geschaffen werden, worin die Kameraden ihre Schulungsabende abhalten konnten, was für den Löschzug ein gewaltiger Fortschritt war. Gleichzeitig wurden durch die Aufstockung zwei Wohnungen für Feuerwehrmänner geschaffen, ebenso eine Badeeinrichtung und Zentralheizung! Durch den sich entwickelten technischen Fortschritt wurde auch dieses Haus mit den Jahren zu klein und eine Erweiterung wurde nötig.

Gerätehaus, 1985Die Vergrößerung des Fuhrparks und die dadurch allgemein beengten Verhältnisse im Gerätehaus (um die Schutzkleidung anlegen zu können mussten erst die Fahrzeuge aus der Halle gefahren werden), war allein aus dieser Sicht schon eine Veränderung erforderlich. Auch der Zustand des Gebäudes hatte sich mittlerweile so verschlechtert, dass ein Neubau als die beste Lösung erschien.

Die Pläne wurden bereits in den 1970er Jahren gestartet, doch bis die Politik und Verwaltung die erforderlichen Beschlüsse gefasst hatten, vergingen noch einige Jahre. Nach den mittlerweile bekannten finanziellen Anstrengungen der Stadt konnte aber dann am 16. September 1984 das moderne Feuerwehrgerätehaus seiner Bestimmung übergeben werden.

 

Gerätehaus, Anfang 1990

Jetzt verfügt der Löschzug über ausreichend Platz für die Fahrzeuge, eine großen Schulungsraum mit Lehrmittelbereich, eine Küche, ein Büro für den Stadtbrandmeister und einen Raum mit Funktisch und sonstigem Material um Einsätze bearbeiten zu können. Neben für beide Geschlechter getrennten Toiletten, wurde auch eine Dusche, eine Atemschutzwerkstatt, ein Kraftstofflager, Geräteräume und einen Werkstattraum errichtet. Außerdem können die Fahrzeuge in einer Waschhalle gereinigt und gepflegt werden.

1992 wurde der Jugendraum der neugegründeten Jugendfeuerwehr der Stadt Enger im Gerätehaus untergebracht. Im Jahr 2000 bekam sie einen Büroraum dazu, da durch einen in Eigenleistung erbrachten Umbau im Keller die Funkwerkstatt größere Räumlichkeiten beziehen konnte.

Ebenfalls in Eigenleistung wurden bereits im Jahr 1999 die Wände im Innenbereich des Gebäudes mit neuer Farbe gestrichen. Es ist immer noch eines der modernsten im Kreis Herford.