Feuerwehr Enger: besondere Einsätze

Hier wollen wir Ihnen besondere Einsätze zeigen, die die Feuerwehr der Stadt Enger gefordert haben:


 

08.06.2013 - Hochwasser Elbe - Sachsen-Anhalt

2013: Elbe-Hochwasser

Am 07.06.2013 wurde die Feuerwehr Enger im Rahmen der Bezirksbereitschaft (RB Detmold) in Alarm versetzt. Der Grund war das Hochwasser in Deutschland. Am folgenden Tag (08.06.2013) ging es für neun Kameraden aus Enger dann Richtung Sachsen-Anhalt. Hier gibt es weitere Infos und viele Fotos.

Hochwasser an der Elbe – Anfang Juni 2013


Das Hochwasser in Teilen von Europa wurde durch starke und tagelange Regenfälle gegen Ende Mai bis Anfang Juni verursacht. In sieben europäischen Ländern kam es zu teils schweren Überflutungen. Das gesamte Hochwasser forderte mindestens 25 Todesopfer und hatte Milliarden Schäden zur Folge.


Auch die Feuerwehr Enger wurde im Rahmen der 2. Bereitschaft Herford-Minden-Lübbecke der Bezirksreserve Detmold (NRW) zur Hochwasser Hilfe alarmiert. Hier wollen wir einen kleinen Rückblick geben und einige Fotoeindrücke zur Information teilen.


Freitag, 07.06.2013
In den frühen Mittagsstunden kommt ein Voralarm für die Feuerwehr Enger. Nach Rücksprache mit dem Wehrführer Tomann und der Verwaltung beginnt Löschzugführer Arndt Höpker (LZ Enger-Mitte) Kameraden per Telefon zu informieren. Gegen späten Nachmittag könnte es losgehen, Richtung Magdeburg (Sachsen-Anhalt). Schnell sind neun Kameraden gefunden, die entweder Urlaub haben oder von ihrem Arbeitgeber freigestellt werden. Das Fahrzeug wird leicht umgerüstet. Speziell für den erwarteten Hochwassereinsatz werden Materialen, wie Wathosen, Tauchpumpen und eine Schmutzwasserpumpe, verlastet. Doch der Abmarschbefehlt seitens der Bezirksregierung bleibt vorerst aus.

2013-06-07  14-47-15 Gruppenfoto
Bereitschaft auf Abruf: Foto vor dem Gerätehaus vom Freitag 07.06.2013
v.l. Hendrik Bäunker, Jannik Kemena, Philip Kleineberg, Sebastian Westerhold, Joachim Franke,
Kai Westerhold, Tobias Koltermann, Björn Sewing und Löschzugführer Arndt Höpker

Samstag 08.06.2013
Der Marschbefehl liegt nun vor, es wird ernst für die Kameraden unserer Heimatstadt. Zusammen mit Rund 60 anderen Einsatzkräften aus dem gesamten Kreis Herford geht es in einem Verband Richtung Schönebeck an der Elbe (südlich von Magdeburg, SN). Unter dem Bereitschaftsführer Bernd Kröger (stv. Kreisbrandmeister Kreis Herford) formiert sich der Verband mit weiteren Kräften aus dem Nachbarkreis Minden-Lübbecke. Knapp 150 Einsatzkräfte und 30 Einsatzfahrzeuge rücken aus. Gegen Abend erreicht man die Region um Schönebeck und wird von einem Lotsen zur Unterkunft, einer Schule, gebracht. Knapp 800 Einsatzkräfte sind hier bereits einquartiert. Auch die Bundeswehr ist in der Region, die in mehrere Einsatzabschnitte unterteilt wurde, im Einsatz.

Sonntag, 09.06.2013
In den Nachtstunden gegen 4 Uhr werden die Kräfte aus dem Kreis in einen Einsatzabschnitt eingesetzt. Ihr Auftrag "Sicherung eines Deiches". Per Menschenkette werden Sandsäcke transportiert und damit der Deich gesichert bzw. verstärkt und erhöht.

Montag, 10.06.2013
Erneut kommen die Kräfte in den frühen Morgenstunden in den Einsatz an einem Abschnitt. Der Deich wird gesichert. An besonders kritischen Stellen werden sogenannte Widerlager aus Sandsäcken aufgebaut. Diese erzeugen einen Gegendruck auf der flussab gewandten Seite. Dort, wo Wasser durch den Deich sickert werden ringförmige Sandsacklager aufgebaut, um das Wasser zu sammeln um ebenfalls für Gegendruck zu sorgen. Außerdem wird der Deich genau beobachtet, um eventuelle Probleme (Erdbewegungen) frühzeitig zu erkennen. Sollte der Deich brechen, steht das DLRG mit Booten bereit um die Einsatzkräfte zu retten.

Dienstag, 11.06.2013
Die Pegelstände sinken, langsam zieht sich das Wasser zurück bzw. der Hochwasserscheitel wandert weiter Richtung Niedersachsen. Noch immer sind die Kräfte aus dem Kreis und damit auch aus Enger im Einsatz zur Deichsicherung. Erst gegen 8 Uhr werden unsere Kräfte durch frische Einheiten aus Paderborn abgelöst. Jetzt heißt es Ruhepause und es geht zurück in die Unterbringung.

Mittwoch 12.06.2013
Auch weil im Kreis Herford die internationalen Hansetage anstehen rückt der Verband aus Herford wieder ein. Am frühen Nachmittag sind die Einsatzkräfte wieder zu Hause. "Die Verpflegung war ausgezeichnet und der Zusammenhalt der Einwohner in der Region war beeindruckend" resümierten die Engeraner.

Nach Informationen des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) waren ca. 80.000 Feuerwehrkräfte im Hochwassereinsatz. Damit handelt es sich um den größten Feuerwehr-Einsatz der Nachkriegsgeschichte. Am 12.06.2013 meldete die Bezirksregierung Detmold, dass knapp 1200 Helfer aus OWL mit 156 Einsatzfahrzeugen zur Hilfe entsandt wurden.

Fotos vom Hochwassereinsatz 2013

Samstag, 08.06.2013 Abfahrt und Ankunft

Sonntag, 09.06.2013 Einsatz im Hochwassergebiet

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Montag, 10.06.2013 Einsatz im Hochwassergebiet

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Dienstag, 11.06.2013 Einsatz im Hochwassergebiet

Mittwoch, 12.06.2013 Abreise in die Heimat

Quellen und Fotos:
Jens Vogelsang - Kreisfeuerwehrverband Herford
Lars Brinkmann (FW Spenge)
Bernd Altemeier (FW Bünde)
Axel Dahlhausen (FW Löhne)
Arndt Höpker (FW Enger)

Deutscher Feuerwehrverband
Bezirksregierung Detmold
Wikipedia

Hochwasser-Berichte beim Kreisfeuerwehrverband Herford:

Elbehochwasser: Hilfe für den Salzlandkreis

Elbehochwasser: Mit Sack und Sand gegen die Wassermassen!

Elbehochwasser: Schönebeck sagt danke!