Feuerwehraktionstag 24.09.2017

Feuerwehr Enger: besondere Einsätze

Hier wollen wir Ihnen besondere Einsätze zeigen, die die Feuerwehr der Stadt Enger gefordert haben:


 

18.01.2007 - Orkan "Kyrill"

2007: Orkan Kyrill

Am 18.01.2007 wütete der Orkan "Kyrill" im ganzen Bundesgebiet. Auch den Kreis Herford traf es mit voller Wucht. Bereits zwei bis drei Tage bevor der Orkan über uns "fegte" gab es diverse Unwetterwarnungen. Die Unwetterzentrale zum Beispiel erhöhte noch am Vorabend die Warnstufe von "Rot" auf "Violett" - die höchste Stufe der Skala. Diese bedeutet:

  • Regen über 50 / 70 / 100 / 150 mm in 6 / 12 / 24 / 36 Stunden
  • Gewitter mit starkem Hagelunwetter
  • Wind im Flachland über 130 km/h


Die Feuerwehren im Kreis und bundesweit waren also gewarnt. Bereits am Mittag des 18.01.2007 zeigte der Orkan erste Auswirkungen in Enger. Bäume gaben wegen dem Wind nach und knickten um. Zuerst war jedoch nur der Löschzug Enger-Mitte im Einsatz. Gegen ca. 15 Uhr gab das Dach der Volksbank in Enger nach.
Jetzt war auch der Löschzug Dreyen im Einsatz und die Drehleiter wurde alarmiert. Jedoch war man sich zusammen mit dem Dachdecker einig, daß man bei diesem Sturm nichts am Dach sichern kann - zu hohes Risiko. Man konnte den Breich - in diesem Fall den Barmeierplatz - also nur großflächig absperren.

Ab 17 Uhr gab es dann Vollalarm für die Feuerwehr der ganzen Stadt Enger. Im Alarmtext hieß es "Einsatz dringend - Vollalarm Enger - Sturmschaden Stufe 4 - Gerätehaus besetzen - Unwettereinsätze". Die Stufe 4 ist die höchste Stufe, die die Alarm- und Ausrückeordnung in Enger vorsieht. Das bedeutet alle sieben taktischen Einheiten bzw. alle fünf Standorte wurden alarmiert. Dazu gehören die Löschzüge Enger-Mitte und Dreyen, die Löschgruppen Enger-Nord, Westerenger und Oldinghausen Pödinghausen. Tatsächlich waren dann fast 100 Feuerwehrleute aus Enger mit allen Fahrzeugen der Feuerwehr Enger im Einsatz. Typische Einsätze waren:

  • Baum bzw. Bäume auf Fahrbahn
  • Baum droht auf Gebäude zu fallen
  • Ast droht auf Fahrbahn zu fallen
  • Baum in Oberleitung / Telefonleitung
  • Keller unter Wasser
  • Straße unter Wasser
  • Dach abgedeckt
  • Straße unter Schlamm
  • usw


Der Löschzug Dreyen musste in dieser Nacht und dem Tag danach insgesamt 28 Einsätze abarbeiten oder andere Kameraden bei Einsätzen unterstützen. Für einige Einsatzkräfte ging es erst spät in der Nacht zum Freitag (19.01.2007) ins Bett. Alle Schäden konnte man nicht sofort beseitigen. Einige wurden aber auch erst Freitagmorgen bei Tageslicht entdeckt. Und so hieß es bereits ab 6 Uhr morgens wieder "Einsatz für die Feuerwehr", speziell Westerenger und Enger-Mitte. Gegen 10 Uhr ging es auch für die Drehleiter aus Dreyen weiter. Teilweise konnte die Gefahr durch einige Äste und Bäume nur mit Hilfe einer Drehleiter beseitigt werden. Durch den Ausfall der Drehleiter in Herford und Aufgrund der vielen Einsätze in Bünde, mußte unsere Drehleiter zu mehreren Einsätzen in Spenge, Rödinghausen, Enger und Herford ausrücken, ja sogar bis an die Stadtgrenze von Vlotho führten uns die Einsätze mit der Drehleiter.

Die Feuerwehren aus Löhne, Bünde und Herford waren teilweise noch das ganze Wochenende mit Sturmeinsätzen und Hilfeleistungen beschäftigt. In Enger und Spenge gab es zusammen über 200 Einsätze. Laut Presse gab es im Kreis Herford über 1200 Einsätze für Feuerwehr und Polizei. Dabei waren über 1000 Kräfte im Einsatz.

Zur Spitzenzeit belgte man im 4m Sprechfunk vier Kanäle und koordinierte die Einsätze von der Leistelle Eilshausen aus unter Mithilfe der zwei ELW 2 im Kreis Herford. Auch waren die Gerätehäuser besetzt, so daß die Bürger dort direkt per Telefon Hilfe anfordern konnten. Besonders brisant wirkt das, wenn man dran denkt, daß am 17.01.2007 der Notruf 112 und 110 teilweise im Kreis Herford gestört war.

Mehr Infos, samt Quellen und statistischer Daten, zum Orkan "Kyrill" gibt es im Wikipedia Artikel: Kyrill (Orkan)

 

Meldung beim Kreisfeuerwehrverband Herford e.V.

Kreisbrandmeister Hackländer veröffentlichte nach dem Orkan eine Meldung auf der Homepage des KFV Herford:
Demnach gab es bis zum 21.01.2007 durch Kyrill 1346 Einsätze im Kreis Herford. Dabei waren 1103 Einsatzkräfte der Feuerwehr im Einsatz, wobei sich neun Kameraden bei den Einsätzen leicht verletzten. Auf der Leistelle waren bis in die Nacht des 19.01.2007 zwölf Disponenten und fünf weitere Hilfskräfte im Einsatz. Diese mussten weit über 1000 Notrufe abarbeiten.

Für Enger wurden 77 Sturmeinsätze gezählt und 45 Einsätze wegen Wasser. Das macht insgesamt für Enger 122 Einsätze beim denen 102 Feuerwehrkameraden im Einsatz waren. In Enger wurden dabei weder Zivilpersonen noch Feuerwehrleute verletzt.

 

Fotos von den Einsätzen

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© Fotos: Jens Meyer / Feuerwehr Enger,
Westfalen Blatt und Neue Westfälische