Aktuelle News und Presseberichte der Löschgruppe Enger-Nord

Hier finden Sie aktuelle News der und Presseberichte über die Löschgruppe Enger-Nord als Blog aufgelistet.

An dieser Stelle geht ein besonderer Dank an die Neue Westfälische (Kürzel nw) und das Westfalen-Blatt (Kürzel wb) für die Presseberichte und die gute Zusammenarbeit. Vielen Dank!

letzter Einsatz

19.07.2017 
Baum auf Fahrbahn 

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Katastrophe verhindert: Bunker der Firma Werk Lack brennt

nw 10.07.2010

Enger-Besenkamp. "Wir leben hier wie auf einem Pulverfass!" An diese oft geäußerte Befürchtung ihrer Mutter musste Erika Schwagmeier in der Nacht von Donnerstag auf Freitag immer wieder denken. Unmittelbar neben ihrem Wohnhaus an der Industriestraße war in der kleinen Firma Werk Lack ein Brand ausgebrochen. Die Flammen lösten einen der größten und spektakulärsten Feuerwehreinsätze in Enger seit vielen Jahren aus. 150 Feuerwehrleute aus dem ganzen Kreis waren vor Ort. Weil eine größere Explosion lange Zeit nicht ausgeschlossen werden konnte, wurden drei Wohnhäuser evakuiert und die Brandstelle weiträumig abgesperrt.

Eberhard Schwagmeier genoss am Donnerstagabend den warmen Sommerabend auf seiner Terrasse, als er plötzlich "einen lauten Knall" hörte. Ein Blick auf das Nachbargrundstück bestätigte ihm: Es brennt in der Firma Werk Lack. Wohl wissend, dass dort auch explosive Stoffe lagern, rief er zunächst nach seiner Frau Erika, die im Haus bügelte, und forderte sie auf, sich in Sicherheit zu bringen. Dann alarmierte er die Feuerwehr.

Um 22.12 Uhr, so Stadtbrandinspektor Heinz Jürgen Tomann, ging der Alarm bei der Feuerwehrleitstelle in Eilshausen ein. Von dort aus wurde die Freiwillige Feuerwehr Enger benachrichtigt, die komplett ausrückte. Noch auf dem Weg zur Brandstelle forderte Tomann weitere Löschgruppen aus Hiddenhausen, Bünde und Herford an. Er erinnerte sich an einen Brand in der selben Firma vor 13 Jahren und wusste, dass die Situation im wahrsten Sinne des Wortes mehr als brenzlig werden könnte.

Vor Ort stellte sich heraus, dass es in einem Bunker neben dem eigentlichen Firmengebäude brannte. Dort wird hochentzündliche Kollodiumwolle gelagert, die zur Herstellung bestimmter Lacke benötigt wird. Kollodiumwolle kann nur mit Löschpulver oder Schaum gelöscht werden. Die Unterstützung der benachbarten Wehren wurde auch gebraucht, weil die Engeraner Wehr allein nicht über genügend Pulver verfügt. Die Pulveranlage aus Enger wurde schon vor einigen Jahren an die Hiddenhauser Wehr abgegeben, so Tomann, weil es in der Nachbargemeinde wesentlich mehr chemische Betriebe gibt als in Enger. Vereinbart wurde seinerzeit, dass die Anlage im Ernstfall jederzeit in Enger eingesetzt werden kann. Dies war Donnerstagnacht der Fall.

Vor allem, so bestätigt auch Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer, der ebenfalls vor Ort war, galt es ein Übergreifen des Feuers auf die Firmenhalle zu verhindern, in der hochexplosive Stoffe für die Lackproduktion lagern. "Wären die in die Luft gegangen, wäre es hier zur Katastrophe gekommen." Die konnte wegen des gut koordinierten Einsatzes der Wehren und wohl auch wegen der guten Sicherheitsstandards in der Firma selbst verhindert werden. Am Ende war der Einsatz für Hackländer dann auch "alltäglich": "Hätten wir gewusst, wie das alles hier ausgeht, hätten wir 90 Prozent der Leute und Wagen zuhause lassen können," meint er rückblickend. Aber, so ergänzt er, Sicherheit gehe vor. Dies gelte vor allem auch für die Feuerwehrleute, die bei einer unklaren Ausgangslage oft genug selbst hoch gefährdet seien.

Vor diesem Hintergrund müsste auch die zeitweilige Evakuierung der unmittelbaren Nachbarn sowie die rund 30 Platzverweise einiger hartnäckiger Zuschauer verstanden werden.

Gegen 2 Uhr am Freitagmorgen konnten die Nachbarn endlich in ihre Häuser und Betten zurückkehren. Etwa zu diesem Zeitpunkt rückten auch die letzten Feuerwehrleute ab.

 

nw 01

Koordinierte Hektik: Gut 150 Feuerwehrleute aus dem Kreis Herford waren zum Brand in der
Firma Werk Lack an der Industriestraße 19 im Gewerbegebiet Besenkamp geeilt, mehrals 30 Fahrzeuge -
darunter die Drehleitern aus Hiddenhausen und Bünde - standen bereit.
Im Hintergrund ist die Firma Werk Lack zu sehen.

nw 02

Sperrgebiet: Mit rot-weißem Flatterbandwardie Brandstelle weiträumig abgesperrt worden.

nw 03

Löscharbeiten: Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen des Brandes auf den Nachbarbetrieb (l.) verhindern.

nw 04

Im Einsatzleitwagen: Christian Nollmann hat vor sich auf dem Monitor ein Luftbild des Gewerbegebietes Besenkamp.

nw 05

Erschöpft: Ein Atemschutztrupp kehrt zurück.

 

TEXT: MARTINA CHUDZICKI | Foto: MARTINA CHUDZICKI/EKKEHARD WIND | QUELLE: Neue Westfälische