Aktuelle News und Presseberichte der Löschgruppe Enger-Nord

Hier finden Sie aktuelle News der und Presseberichte über die Löschgruppe Enger-Nord als Blog aufgelistet.

An dieser Stelle geht ein besonderer Dank an die Neue Westfälische (Kürzel nw) und das Westfalen-Blatt (Kürzel wb) für die Presseberichte und die gute Zusammenarbeit. Vielen Dank!

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Warten auf das unsichtbare Gift: Aufenthalt im Lagerraum der Firma Meyer-Chemie wäre tödlich gewesen

nw 15.10.2009

Enger. 34 Einsatzkräfte - hauptsächlich von der Feuerwehr Enger - waren gestern kurz nach Mittag vor Ort. Sie standen vor der Firma Meyer-Chemie an der Werkstraße. Das Areal war abgesperrt. Zwei Polizisten, Wehrmänner und Vertreter des Kreises standen zwischen den verschiedenen Einsatzwagen, neben der Drehleiter und vor dem Messtechnik-Gerätewagen aus Herford. Sie waren wegen eines Brandes in der Chemie-Firma alarmiert worden. Doch da brannte nichts. Dafür mussten sie sich mit giftigem Gas auseinandersetzen.

Die Einsatzkräfte hatten gestern mit den Folgen eines möglichen Brandes zu kämpfen. Bei Meyer-Chemie gibt es eine CO2-Löschanlage. Das Kohlendioxyd verdrängt im Brandfall den Sauerstoff und kommt deshalb in diesen Anlagen zum Einsatz. Gestern wurde die Anlage grundlos aktiviert. Das giftige CO2 breitete sich in einem so genannten explosionsgeschützen Raum, in dem leicht entzündbare Chemikalien lagerten, aus und gleichzeitig wurde automatisch die Feuerwehr alarmiert. Zudem ging nach Angaben des Engeraner Stadtbrandinspektors Heinz Jürgen Tomann automatisch eine Information an die Bezirksregierung und an das Innenministerium.

Den Wehrmännern blieb zunächst nur das Warten. Da die Ventile zwischen Sechs-Tonnen-CO2-Vorratsbehälter und den Rohren vereist waren, gelang es vorerst nicht, den Verschluss zuzuschieben. Flüssiges Kohlendioxyd ist so kalt, dass die Luftfeuchtigkeit an den Rohren kondensiert und friert.

Erst herbeigerufene Kräfte der Wartungsfirma und einige Feuerwehrmänner schlossen das Ventil gegen 15 Uhr. Bis dahin waren drei Tonnen CO2 entwichen.

Trotz der großen Menge bestand in keiner Phase Gefahr für die Nachbarschaft. Auch habe es keine Verletzte gegeben. Das teilte Kreis-Pressesprecher Klaus Wöhler mit. Schnell nach dem Alarm waren die Beschäftigten des Unternehmens evakuiert worden. Die Feuerwehrmänner arbeiteten danach nur unter Atemschutz. Spezialisten der Feuerwehr stellten in der Halle einen Wert von 9,9 Volumenprozent CO2 fest, außerhalb des Gebäudes waren es lediglich 0,03 Prozent. 8 Prozent sind tödlich, bei 0,15 Prozent liegt der Innenraumrichtwert für frische Luft.

Der geschäftsführende Inhaber, Matthias Meyer, konnte gestern noch keinen Grund für das Austreten des Gases nennen. Er verwies darauf, dass die Anlage entweder automatisch - bei einer Deckentemperatur von über 60 Grad - oder manuell ausgelöst wird. Für beides gab es gestern keine Anhaltspunkte. In den nächsten Tagen wird jetzt der Grund für die Aktivierung der

 

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Vor dem Einsatz: Oliver Zacharias (l.) und Clinton Shephard stehen mit
schwerem Atemschutz vor der Firma Meyer-Chemie bereit. Jederzeit könnten sie in den
unter CO2 stehenden Raum (rechts gegenüber der Gruppe im Hintergrund) einrücken.
Sie müssten nur den Lungenautomaten auf die Maske aufschrauben.

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Vereist: Von außen war lediglich ein zuerst rotes und dann dahinter vereistes Rohr (oben)
zu sehen. Ein Zeichen dafür, dass CO2 geflossen war. Meyer-Chemie stellt auch Nitro-Verdünnung her.

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Gespräch: Tanja Jostkleingrewe und Heinz Jürgen Tomann warten ab.

  

TEXT: ANDREAS SUNDERMEIER  | FOTO: ANDREAS SUNDERMEIER | QUELLE: NEUE WESTFÄLISCHE