Aktuelle News und Presseberichte des Löschzuges Enger-Mitte

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An dieser Stelle geht ein besonderer Dank an die Neue Westfälische (Kürzel nw) und das Westfalen-Blatt (Kürzel wb) für die Presseberichte und die gute Zusammenarbeit. Vielen Dank!

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Feuer löschen – aber wie

NW 16.03.2012

Chemieklasse 7a im Praxis-Unterricht bei der Feuerwehr

Enger. "Wenn bei 'Alarm für Cobra 11' die Autos explodieren, ist das Quatsch." Ein wenig ungläubig schauen die 28 Siebtklässler den Engeraner Löschzugführer Arndt Höpker schon an. Aber sie glauben ihm. Denn die Grundlagen für Brandentwicklung und -bekämpfung haben die Gymnasiasten schon gelernt. Den Rest sahen sie sich gestern vor Ort in der Feuerwache an der Ringstraße an. Und lernten dabei noch viel mehr.

Seit vier Wochen beschäftigen sich die 12- und 13-Jährigen des Widukind-Gymnasiums Enger mit der Materie. Und zwar im Fach Chemie. Katharina Berger ist Referendarin und begleitet die Schüler auf dem Weg zum Lernen vor Ort. Exkursionen in den naturwissenschaftlichen Klassen seien eher selten. Und in Chemie gebe es sie kaum. Umso wichtiger sei es für die Jugendlichen, das neue Fach, das in der Klasse sieben das erste Mal unterrichtet wird, in der Praxis kennen zu lernen. "Lernen in der eigenen Lebenswelt", nennt Berger das.

Die Feuerwehr gehöre auf jeden Fall da hinein. "Die Schüler hier sind ein dankbares Publikum. Sehr wissbegierig. Eine super Gruppe", erkannte Löschzugführer Höpker. Er erklärte nicht nur, dass das TLF 16/12 so heiße, weil es sich um ein Tanklöschfahrzeug mit einer Pumpleistung von 1.600 Litern bei 8 Bar und einem Tank mit 1.200 Litern Inhalt handelt, sondern sagte auch, dass er die computergesteuerten Pumpen der neuesten Generation nicht mag. "Ich finde Hebel, die man mit der Hand bewegen kann, viel angenehmer."

Zu den neuen Erkenntnissen trugen aber auch die Schüler selbst bei. In Gruppen stellten sie zunächst theoretisch die einzelnen Brandklassen vor. Ihre Mitschüler erfuhren, dass in der Klasse A die festen Stoffe, die mit Wasser oder einer Decke gelöscht werden können, zusammengefasst sind. In Klasse B brennen Alkohol oder Benzin und werden mit Spezialschaum oder einer Decke gelöscht. Und dass in der Klasse F Öl oder Fett brennen. Das dürfe auf keinen Fall mit Wasser gelöscht werden. Da gebe es spezielle Löschmittel. "Oder, wenn Öl in der Küche brennt, einfach den Deckel auf die Pfanne und das Feuer ersticken", riet der Feuerwehr-Experte. "Und den Herd abstellen", kam als Ergänzung aus der Schülergruppe.

Der Theorie folgte die Praxis. Höpker fuhr das TLF aus der Halle und schuf damit Platz für die Experimente. Mit Schutzbrillen auf den Nasen entzündeten die Nachwuchs-Chemiker Papier und Holz, Spiritus und Benzin. Und sie stellten am Beispiel fest, welcher Stoff wie gelöscht werden kann. Warum das so ist, hatten sie im Vorfeld gelernt. Selbst das schon recht große Benzinfeuer in der Schale auf dem Kuchenblech bekam Nele in den Griff. Ohne Explosion.

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Da mochte Nele noch so lange sprühen - mit Wasser gelang es ihr in der der Garage der Feuerwache Enger nicht,
das Benzin in der Schale zu löschen. Ihre Mitschüler standen in guter Entfernung zum Feuer.
Nele selbst passte auf und war mit einer Spezialbrille geschützt.

TEXT: ANDREAS SUNDERMEIER | FOTO: ANDREAS SUNDERMEIER | QUELLE: Neue Westfälische