Aktuelle News und Presseberichte des Löschzuges Enger-Mitte

Hier finden Sie aktuelle News vom und Presseberichte über den Löschzug Enger-Mitte als Blog aufgelistet.

An dieser Stelle geht ein besonderer Dank an die Neue Westfälische (Kürzel nw) und das Westfalen-Blatt (Kürzel wb) für die Presseberichte und die gute Zusammenarbeit. Vielen Dank!



Wenn der Löschzug Enger gleich zwei Mal löscht: Doppelter Einsatz der Feuerwehr nach fahrlässiger Brandstiftung an der Aula des Gymnasiums

nw 23.02.2006

Enger. Der Brandherd liegt pikanterweise genau in der ehemaligen Raucherecke des heute "von Rauchern freien" Gymnasiums. Hat sich doch die Schule selbst zur "rauch-freien Zone" erklärt. An der Rückseite der Aula, die den Spitznamen "Kartoffelkiste" mit einer gewissen Berechtigung trägt, war kurz nach 22 Uhr die hölzerne Bretter-Fassade in Brand geraten.


Die Feuerwehr schätzt den Schaden auf mindestens 20.000 Euro, Menschen kamen nicht zu Schaden.

Die Brandursache ist noch nicht abschließend geklärt, die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen noch in der Nacht direkt vor Ort auf. Inzwischen geht sie von fahrlässiger Brandstiftung aus. Am Hinterausgang der Aula stand unter einem Carport eine 80 Liter fassende Mülltonne unmittelbar an der Hauswand. Die Polizei vermutet, dass der Inhalt absichtlich oder versehentlich in Brand gesetzt wurde. Die Kriminalbeamten stellten unmittelbar am Brandort unter anderem eine dünne, blaue Windjacke sicher. Der Boden war übersät mit leeren Zigarettenschachteln und Kippen.

Das Feuer hatte sich in der hölzernen Verkleidung der Aula festgesetzt, das Carport wurde weitgehend zerstört. In der ersten Etage stand zufällig ein Fenster auf Kipp, durch das der Rauch in das Innere des Gebäudes dringen konnte und hier zwei Rauchmelder auslöste.

Der Löschzug Enger war vom nahen Gerätehaus in knapp vier Minuten vor Ort. Die Jugendfeuerwehr hatte sich hier getroffen und ältere Feuerwehrmänner waren – wie so häufig – mit der Gerätepflege beschäftigt. Aus Dreyen rückte umgehend der Löschzug mit der großen Drehleiter an, die bei Bränden grundsätzlich mit angefordert wird.

Der Dreyener Zugführer Michael Rogowski berichtete, dass das Feuer bei der Anfahrt von der Meller Straße aus schon gut zu sehen gewesen war.

Insgesamt waren gegen 22.30 Uhr noch gut 30 Feuerwehrmänner im Einsatz, die allerdings nicht mehr alle gebraucht wurden. Das Feuer hinter der Verschalung wurde abgelöscht, die Verbretterung im oberen Bereich der Hallenwand mit Hilfe einer Kettensäge entfernt. Zwei Männer griffen vom Dach der Aula aus ein und demontierten die Blechverkleidungen auf der Attika, einer etwa 1,80 Meter hohen, ebenfalls hölzernen Verblendung, die das Gebäude von außen höher erscheinen lässt.

Die Feuerwehr hatte beim Einsatz in den späten Abendstunden sowohl Gymnasiums-Hausmeister Holger Gebhardt als auch den stellvertretenden Schulleiter Rainer Schmidt und Gerd Althoff aus der Stadtverwaltung als Ansprechpartner an der Brandstelle.

Gegen 23.30 Uhr diskutierten die Führungskräfte der Engeraner Feuerwehr ihr weiteres Vorgehen. Stadtbrandinspektor Heinz Jürgen Tomann konnte sich dabei offensichtlich nicht ausreichend durchsetzen, die gesamte Verbretterung von der Wand der Aula zu entfernen, da er vermutete, dass sich darunter immer wieder Glutnester entzünden könnten, die durch den kalten, scheidenden Wind angefacht wurden. Dass er recht behalten sollte, stellte eine Streifenwagenbesatzung gegen 2.20 Uhr fest, die dort zur Kontrolle noch einmal vorbeigefahren war. Hatte Tomann noch vor Mitternacht gewarnt: "Lasst uns die Bretter runtersägen, sonst sind wir in drei Stunden wieder hier", so musste die Feuerwehr exakt nach diesem Zeitraum wieder anrücken, um das Feuer endgültig zu löschen.

Am frühen Morgen war gestern die Brandstelle natürlich die Attraktion für Schüler und Lehrer des Gymnasiums.

Bei einer kurzen Inspektion bemerkte Schulleiterin Brigitte Binke-Orth zu ihrer großen Überraschung noch immer kleine Rauchwölkchen, denen sie allerdings energisch mit einem Eimer Wasser zuleibe rückte.

 

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Auf rund 20.000 Euro schätzt die Feuerwehr den Gesamtschaden an der Aula des Gymnasiums.

 

TEXT: Horst Chudzicki | FOTO: Horst chudzicki | QUELLE: Neue Westfälische