Aktuelle News und Presseberichte des Löschzuges Enger-Mitte

Hier finden Sie aktuelle News vom und Presseberichte über den Löschzug Enger-Mitte als Blog aufgelistet.

An dieser Stelle geht ein besonderer Dank an die Neue Westfälische (Kürzel nw) und das Westfalen-Blatt (Kürzel wb) für die Presseberichte und die gute Zusammenarbeit. Vielen Dank!

letzter Einsatz

22.04.2017 
PKW Brand 

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Feuerwehr im Dauereinsatz: Unwetter deckt Teil des Volksbank-Daches ab

nw 19.01.2007

Enger/Spenge. Anne Hoffmann hat wahnsinniges Glück gehabt. "Ich war gerade mit meinem Schirm beschäftigt, als mir vor der Volksbank ein Teil direkt vor die Füße fiel, das so groß war, wie ein Schuhkarton." Im ersten Moment ist der 49-Jährigen gar nicht bewusst, woher der undefinierbare Gegenstand stammt. "Als ich nach oben guckte, sah ich es. Das halbe Dach der Bank stand hoch."

Mit dem Stück Zinkblech, das die Engeranerin um ein Haar getroffen hätte, geht sie in die Bank: "Ich bringe ihnen ein Teil ihres Daches zurück", sagt sie und legt dem verdutzten Schalterpersonal das Blech auf den Tisch.

Rund 50 Quadratmeter Dachfläche haben die heftigen Sturmböen losgerissen. Ein großes Stück des Zinkbleches, das der Sturm hochgeklappt hat, droht herabzustürzen. Die sofort alarmierte Feuerwehr veranlasst unter der Leitung von Stadtbrandinspektor Heinz-Jürgen Tomann, dass die direkt vor dem Gebäude parkenden Autos weggefahren werden. Mit Hilfe der Drehleiter verschaffen sich Feuerwehrleute einen Überblick über den Zustand des Daches. Aber weder Feuerwehr noch die zu Hilfe gerufenen Dachdecker können bei den heftigen Sturmböen die losen Zinkblechplatten sichern. "Keine Chance, da schicken wir keinen Mann hoch. Das ist einfach zu gefährlich", stellen Dachdecker und Feuerwehrchef einmütig fest.

Sorgenvoll blickt auch Volksbankdirektor Hans Laus nach oben: "Das sieht wirklich nicht gut aus. Ich hoffe, der Rest hält." Feuerwehrchef Heinz-Jürgen Tomann pflichtet ihm bei: "Die Sache ist zu brisant. Es können weitere Teile runterkommen." Per Handy bittet er die Polizei, die Zufahrten zum Barmeierplatz zu sperren.

Zuvor haben die Feuerwehrkräfte an mehreren Stellen im Stadtgebiet umgestürzte Bäume von den Straßen räumen müssen. Gegen 17 Uhr verschärft sich die Lage. "Die Kollegen haben jetzt schon 30 Einsätze hinter sich", gibt Christian Vogt am Telefon im Gerätehaus an der Ringstraße einen Zwischenbericht. An der Westerenger Straße waren gleich mehrere Bäume umgeknickt. In Enger-Nord waren Teile einer Scheune vom Sturm abgetragen worden.

An der Stiftskirche lösen sich aus der südlichen Giebelwand mehrere Putzstücke. Pastor Eckardt Koch sperrt noch am Abend mit Flatterband den Gefahrenbereich in Abstimmung mit der Polizei ab.

Im Verlauf des Nachmittags gibt Spenges Feuerwehrchef Norbert Ewering bereits Stadtalarm für seine Einsatzkräfte. "Um 17 Uhr ging es dann richtig los", sagt seine Stellvertreter Bernd Kröger mit Blick auf die große Übersichtstafel im Gerätehaus Spenge-Mitte. Hier hat die Spenger Wehr ihr Einsatzzentrum eingerichtet. Trotz der Ruhe und Besonnenheit der Führungskräfte macht sich Hektik breit. Laufend kommen neue Meldungen herein.Keller stehen unter Wasser, umgestürzte Bäume blockieren Straßen. Marco Greve nimmt am Telefon Notrufe von Spenger Bürgern entgegen, die nicht die 112, sondern direkt das Gerätehaus angewählt haben.

"An der Neuenkirchener Straße drohen Tiere zu ertrinken", kommt Norbert Ewering mit einer neuen Meldung herein gestürmt. "Welches Einsatzfahrzeug ist frei?", fragt er Klaus Greulich, der an der Plantafel den Überblick hat. Eine Fahrzeugbesatzung, die sich gerade wieder einsatzbereit gemeldet hat, wird angefunkt und losgeschickt.

Die Plantafel ermöglicht es dem Führungsstab, den Überblick zu behalten."19 Fahrzeuge sind draußen, alles was wir haben", sagt Kröger, der schon wieder eine neue Einsatzmeldung an die Plantafel heftet und einem Fahrzeug zuordnet. Unterteilt in Dringlichkeitsstufen werden die Einsätze abgearbeitet. "Ein System, das wir im kommenden Monat kreisweit vorstellen werden", betont Spenges Feuerwehrchef Norbert Ewering. Um 22 Uhr haben die rund 80 Feuerwehrleute in Spenge bereits 85 Einsätze hinter sich. Und ein Ende ist nicht abzusehen. An der Neuenkirchener Straße ertrinken nach Angaben von Norbert Ewering mehrere Schafe. Ralf Juntorius habe noch ein lebendes Tier in den Fluten entdeckt und sei beherzt ins Wasser gesprungen. Der Feuerwehrmann kann das Tier retten. An der Schloßstraße droht ein Gas-Tank wegzuschwimmen, am Bürgerweg stürzt ein Baum auf ein Auto. Personen werden in Enger und Spenge nach bisherigen Erkenntnissen nicht verletzt.

Komplett sperren muss die Polizei in Spenge die Mühlenburger Straße kurz vor der Einmündung der Raiffeisenstraße. Der Sturm hat mehrere Bäume umgeknickt und Stromleitungen zerstört.

In Enger ist die Spenger Straße in Höhe der Sattelmeierstraße nicht mehr passierbar. Wassermassen überfluten die Fahrbahn und setzen Keller unter Wasser. Bis 22 Uhr haben die Feuerwehrleute in Enger insgesamt mehr als 80 Einsätze gefahren.

Der Orkan Kyrill hatte gestern schon am frühen Nachmittag für Wirbel gesorgt. Wer nicht unbedingt vor die Tür musste, blieb daheim. Aus Sorge vor den angekündigten Sturmböen, möglichen Schäden oder Gefährdungen anderer Personen hatte sich sogar mancher Betreiber von Imbissbuden oder Verkaufsständen entschlossen, vorzeitig einzupacken und die Schotten dicht zu machen.

Kyrill bescherte auch manchen Schülern einen früheren Schulschluss. Wegen der laufenden Unwetterwarnungen in denMedien hatten einige Schulleitungen entschieden, Kinder und Jugendlichen eher nach Hause zu schicken.

 

2007-01-18 1

Einsatzkräfte mussten, wie hier an der Jöllenbecker Straße in Enger, etliche umgestürzte Bäume von den Fahrbahnen räumen. Mit Motorsägen zerkleinerten die Feuerwehrleute Stämme und Äste.

 

TEXT: EKKEHARD WIND | FOTO: EKKEHARD WIND | QUELLE: Neue Westfälische