Aktuelle News und Presseberichte des Löschzuges Dreyen

Hier finden Sie aktuelle News vom und Presseberichte über den Löschzug Dreyen als Blog aufgelistet.

An dieser Stelle geht ein besonderer Dank an die Neue Westfälische (Kürzel nw) und das Westfalen-Blatt (Kürzel wb) für die Presseberichte und die gute Zusammenarbeit. Vielen Dank!

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Zimmer mit Aussicht: "An der Wassermühle" gibt´s einen neuen Brutplatz für Störche

nw 16.06.2009

Spenge / Hücker-Aschen. In Schwindel erregender Höhe steht Carsten Held auf der Drehleiter. Der Feuerwehrmann ist mit viel Tatendrang dabei, denn er soll in zwölf Meter Höhe ein Storchennest auf einem ehemaligen Strommast befestigen. Am Boden hält Gottlieb Ewering von der Jagdpächtergemeinschaft Hücker-Aschen das am Nest befestigte Seil. Damit will er beim Zurechtrücken mithelfen. "Wenn im Herbst die Störche hier entlang fliegen und nach Brutplätzen suchen, hoffen wir, dass sie im Frühjahr dann auch zu uns kommen", erklärte Gottlieb Ewering begeistert.

Als die Oberleitungen "An der Wassermühle" entfernt werden sollten, kam Gottlieb Ewering die Idee. Er wollte gern etwas für den Artenschutz tun und überlegte, auf dem ehemaligen Strommast vor seinem Haus ein Storchennest aufzustellen. "Auf dem Viehhaus vom Weberhof direkt an der Elsebrücke ist eine der ältesten Nistanlagen hier im Umkreis, genauso gibt es auch ein Storchennest Richtung Groß-Aschen, das so genannte Knübel-Biotop", erklärte er. Störche leben eher im Familienverbund und je mehr Nester es gibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich in dieser Gegend - zwischen Warmenau und Else - zum Brüten niederlassen.

Tatkräftige Unterstützung erhielt Gottlieb Ewering von seinen Jagdpachtvereinskollegen Karl-Wilhelm Vogt und Wilhelm Kötter-Hempelmann. Selbst der Löschzug Enger-Dreyen mit Jens Meyer und Carsten Held hatten Hilfe angeboten. Mit einem Drehleiterfahrzeug ging es für das Nest und Carsten Held in luftige Höhen.

Das passende Werkzeug hatte der Feuerwehrmann auch dabei und so konnten die Arbeiten am Strommast beginnen. Das Storchennest hat einen Durchmesser von 1,20 Meter und ist aus einem alten Ackerrad - mit geflochtenem Weidenholz verstärkt - gemacht. Carsten Held hatte das Nest selbst gebaut, "die Anleitung hab ich aus dem Internet", sagt er.

Nach gut einer halben Stunde saß das Vogelnest perfekt, nun fehlte nur noch das Storchenpärchen.

Die guten Umweltbedingungen in der Spenger Umgebung haben sich durch zusätzliche Anstrengungen der Artenschützer für die gefiederten Freunde soweit gebessert. In den jüngsten 100 Jahren wurden durch landwirtschaftliche Entwicklungen die Störche immer mehr verdrängt. Die Größe der Grünlandflächen schrumpfte, da der Ackerbau stark in den Vordergrund rückte. Dadurch gab es auch immer weniger Nahrungsangebote. "Es ist bestimmt schon 50 wenn nicht sogar 100 Jahre her, dass hier in Spenge an der Grenze zu Niedersachsen ein Storch genistet hat", sagen Gottlieb Ewering und Wilhelm Kötter-Hempelmann unisono.

Jedes Jahr im Herbst fliegen an die 20 Storchenpaare über Hücker-Aschen hinweg und wenn es mehr Storchennester geben würde, wäre die Umgebung von Spenge wieder ein attraktiver Nistplatz für die langbeinigen Tiere. Gut 1,5 Kilometer Luftlinie müssen die Nester voneinander entfernt sein.

"Die Nähe zu den Menschen stört Störche überhaupt nicht, die Tiere sind sehr angepasst", erklärte Gottlieb Ewering, da der neue Nistplatz sich direkt neben seinem Wohnhaus befindet.

Gottlieb Ewering möchte auch einen Beitrag im Namen der Jäger für die Gesellschaft leisten. "Wir Jäger haben ja nicht grad das beste Image in unserer Gesellschaft", erklärte Ewering, "aber wir wollen hier mal mit einem Vorurteil, dass wir nur jagen, aufräumen. Wir setzen uns auch für den Naturschutz und die Artenvielfalt ein". Für mehr Störche in Spenge und Umgebung ist nun der Anfang gemacht, ein weiteres Nest soll es vielleicht auch bald am Hücker-Moor geben. "Je mehr Nester es gibt, desto eher wird es wieder mehr Brutplätze in unserer Gegend für die Störche geben", erklärt Gottlieb Ewering begeistert. Wilhelm Kötter-Hempelmann hat auch noch den passenden Tipp, um die Tiere anzulocken: "Man muss das Nest mit weißer Farbe leicht anstreichen, dann denkt der Storch dieses Nest war schon mal besetzt und nimmt das Nest eher als Brutplatz".

 

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Über den Dächern von Hücker-Aschen: In 14 Meter Höhe genießt auch Feuerwehrmann Carsten Held vom Löschzug Enger-Dreyen den idyllischen Ausblick. Die Nestbauer bieten den zukünftigen Bewohnern einen hervorragenden Blick bis zum Horizont.

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Daumen hoch: Carsten Held hat das Nest zunächst grob auf dem Pfahl platziert. Er signalisiert: Alles klar.

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Hau ruck: Gottlieb Ewering versucht, mit dem Seil das Nest gerade zu rücken. Carsten Held korrigiert in luftiger Höhe.

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Schwebend: Jens Meyer (r.) dirigiert Carsten Held und ein Nest durch die Luft.

TEXT: Anne Katrin Exner | Foto: Anne Katrin Exner | QUELLE: Neue Westfälische