Aktuelle News und Presseberichte des Löschzuges Dreyen

Hier finden Sie aktuelle News vom und Presseberichte über den Löschzug Dreyen als Blog aufgelistet.

An dieser Stelle geht ein besonderer Dank an die Neue Westfälische (Kürzel nw) und das Westfalen-Blatt (Kürzel wb) für die Presseberichte und die gute Zusammenarbeit. Vielen Dank!

letzter Einsatz

20.04.2017 
PKW Brand 

nächster Dienst

nächster Termin



Unfall auf dem Schuldach: Jugend-Rotkreuz-Helfer lernen den Ernstfall kennen

nw 08.07.2009

Enger. Nils liegt und schreit herzzerreißend. Denn ein offenen Schienbeinbruch tut richtig weh. Yannick sitzt an einem Oberlicht und sinniert vor sich hin. Aus einer Platzwunde am Kopf rinnt das Blut.Fabian ist extrem blass; schon fast weiß im Gesicht. Er liegt am Rande des Daches und aus seinem Unterarm ragt ein langer Splitter. Er hat einen Schock. Dazwischen rennt Lennart hin und her. So richtig perfekt und durchdacht sind die Hilfsaktionen des Jugend-Rotkreuz-Helfers noch nicht.

Das muss aber auch nicht sein. Schließlich sind Übungen dazu da, etwas zu verbessern, Situationen zu erfassen, sie einzuschätzen und dann das richtige zu tun. Übungen, wie die der Jugendabteilung des Deutschen Roten Kreuzes Enger auf dem Dach der Flemming-Schule helfen, im Ernstfall perfekt reagieren zu können. Um den kennenzulernen, sollte die Übung so realistisch wie möglich sein.

Die Annahme: Drei Jugendliche sind auf dem Dach der Flemming-Schule verunglückt. Sie waren durch das Dach eingebrochen, sind wieder nach oben geklettert und liegen jetzt verletzt auf der grauen Teerpappe. Schnell ist die Drehleiterbereitschaft des Löschzuges Dreyen der Freiwilligen Feuerwehr Enger ausgerückt.

Für die Vorbereitung der "Opfer" hatten die DRK-Ausbilder gesorgt. Pro "Verletzten" brauchte Susanne Paul-Brandt bis zu zehn Minuten für die "Realistische Unfall-Darstellung".

Als erster Helfer kam Lennart Gollay auf dem Dach an. Die beiden Unterbrandmeister Martin Uffenkamp und Rainer Dehne hatten ihn aufs Dach gefahren. Unten hielt Hauptfeuerwehrmann Kai Uffenkamp die Stellung an der DLK 23/12, dem Feuerwehrauto mit hochmoderner 23 Meter langer Drehleiter mit 12 Meter Ausladung und einem Korb.

Auf dem Dach dann ein eifriges Stöhnen und Helfen: Lennart und sein Kollege Dominique Sadroschinski sind überall. Dominique, erst seit gut vier Wochen beim DRK weiß, dass er mit den Verletzten sprechen muss, er verbindet die Wunden und lernt dabei direkt vor Ort. Denn Susanne Paul-Brandt stoppte die Helfer häufig, um sie schnell und direkt zu korrigieren und ihnen in der Situation Ratschläge zu geben.

Schnell ist auch der "bewusstlose" Fabian gerettet, er liegt auf der Trage und fährt in der Waagrechten auf dem Korb der Drehleiter aus luftiger Höhe auf den sicheren Boden. Auch Nils ist schnell gerettet. Yannick mit der Platzwunde am Kopf darf stehend im Korb fahren.

Am Boden kümmern sich die anderen Mitglieder der Jugendgruppe - insgesamt sieben Jungen im Alter von 13 bis 15 Jahren - um ihre "verletzten" Kollegen. Alle sind nach gut einer halben Stunde gerettet. Und alle haben eine Menge gelernt.

Einmal mit der Drehleiter fahren

Jugendarbeit soll und muss Spaß machen. Das ist auch beim Jugend-Rotkreuz so. Der Engeraner DRK-Gemeinschaftsleiter Wolf-Christian Winter kennt den Unterhaltungsgedanken: "Die Jungs haben gesagt, sie wollten mal die Drehleiter sehen. Also haben wir die unter Mithilfe der Dreyener Feuerwehrleute zum Mittelpunkt der Übung gemacht." Natürlich waren die jugendlichen Helfer mit Feuereifer bei der Sache. Zudem war auch der Ausbildungseffekt bei der realistischen Situation größer als wenn die Annahme eher eine theoretische ist. Die jungen Helfer haben Spaß gehabt und etwas gelernt. (-as).

 

nw 01

Da wird der Helfer schnell: Lennart (r.) springt aus dem Korb der Drehleiter und eilt zu den beiden "Verletzten". Nils liegt mit Beinbruch auf der Teerpappe, Yannick lehnt mit seiner Platzwunde am Kopf am Oberlicht. Derweil kümmert sich Feuerwehrmann Rainer Dehne um den bewusstlosen Fabian und sein Kollege Martin Uffenkamp fährt den Korb langsam wieder nach unten, um weitere Jugendrotkreuzler auf das Dach der Flemming-Schule zu bringen.

nw 02

Achtung Ausbildung: Susanne Paul-Brandt stoppt die "Rettung". Sie stimmt sich mit Unterbrandmeister Martin Uffenkamp ab und erklärt daraufhin Lennart Gollay (l.) wie er den "ohnmächtigen" Fabian Schierbaum zusammen mit den anderen Helfern am besten auf die Trage hebt.

nw 03

Schaurig schön: Susanne Paul-Brandt verpasst "Opfer" Yannick eine Platzwunde vom Feinsten - aus dem Gläschen.

nw 04

Was guckt denn da heraus? Täuschend echt sieht der Splitter aus, der aus Fabians Unterarm ragt. Kein Wunder, dass der recht blass ist.

TEXT: Andreas Sundermeier | Foto: Andreas Sundermeier | QUELLE: Neue Westfälische