Aktuelle News und Presseberichte des Löschzuges Dreyen

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An dieser Stelle geht ein besonderer Dank an die Neue Westfälische (Kürzel nw) und das Westfalen-Blatt (Kürzel wb) für die Presseberichte und die gute Zusammenarbeit. Vielen Dank!

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"Ein bisschen Ausnahmezustand": Sintflutartiger Regen beschert Feuerwehrleuten in Enger und Spenge eine arbeitsreiche Nacht

nw 28.08.2010

Enger/Spenge. "So viel Wasser habe ich noch nie erlebt", sagt der Spenger Feuerwehrchef Thomas Reschke. In der Nacht zu Freitag musste er mit seinen Kollegen knapp 40 Mal ausrücken. Die sintflutartigen Regenfälle hatten zahlreiche Keller geflutet und Bäche über die Ufer treten lassen. Manch ein Haus konnte die Feuerwehr nur mit Sandsäcken vor den Wassermassen schützen.

Kurz vor 20 Uhr waren die Spenger Feuerwehrleute zu ihrem ersten Einsatz gerufen worden. "Und so ging es die ganze Nacht weiter", berichtet Reschke. Nur zwischen Mitternacht und 3 Uhr habe Petrus ihnen eine kleine Verschnaufpause gegönnt. "Da hat der Regen etwas nachgelassen." Größtenteils seien Keller überschwemmt worden. "In einem Haus in Bardüttingdorf stand das Wasser kniehoch", sagt der Wehrführer.

Um den Fluten in der Stadt Herr zu werden, seien alle Spenger Löschzüge und -gruppen im Einsatz gewesen. Für die 50 freiwilligen Helfer dennoch eine Mammutaufgabe: "Kritisch war es vor allem an der Bussche-Münch-Straße", berichtet Reschke. "Da war der Mühlenbach über die Ufer getreten." Ein angrenzendes Wohnhaus drohte umspült zu werden. "Mit Sandsäcken haben wir die Kellertüren und die Hauseingänge gesichert." Wegen der Wassermassen musste die Straße gesperrt werden. Eine nasskalte Angelegenheit für die freiwilligen Helfer: "Das Wasser stand auf der Bussche-Münch-Straße so hoch, dass es mir von oben in meine Stiefel gelaufen ist", sagt Reschke.

Glück im Unglück hatte dagegen die evangelische Gemeinde in Hücker-Aschen: Im Gemeindehaus waren einige Kellerräume geflutet worden. Gestern morgen hatten die Mitarbeiter die Überschwemmung entdeckt. "Das Wasser ist durch die Wand reingekommen", berichtet Pastor Markus Malitte. Zum Glück habe es nicht sehr hoch gestanden. "Die Schäden halten sich in Grenzen." Land unter auch in Enger: Rund 40 Mal musste die Feuerwehr in der Widukindstadt ausrücken. Etwa 80 Mann aller Löscheinheiten waren im Einsatz.

Die Stadtteile Westerenger, Dreyen und Enger-Nord habe es am schlimmsten getroffen, berichtet Feuerwehrchef Heinz Jürgen Tomann. Dort standen viele Keller unter Wasser.

"Zu manchen Häusern mussten wir sogar zweimal ausrücken, weil der Keller nach dem ersten Abpumpen wieder vollgelaufen war." Durch die Außenwände, die Sohle des Hauses oder den Kanal sei das Wasser wieder ins Gebäude gedrückt worden, erklärt der Engeraner Wehrführer.

An der Fasanenstraße in Westerenger hatte der Regen außerdem so viel Ackerland auf die Straße gespült, dass die Fahrbahn heftig verschmutzt wurde. Auch hier musste die Feuerwehr ran.

Schützenhilfe leisteten die freiwilligen Helfer aus Enger und Spenge außerdem der Feuerwehr in Bünde: "Gegen 3 Uhr nachts habe ich die Löschgruppe Hücker-Aschen und den Löschzug Lenzinghausen dorthin abkommandiert", berichtet Reschke und sein Engeraner Kollege Tomann erklärt: "Da war noch mehr Land unter."

Unter anderem drohte in der Nachbarstadt ein Damm an der Else zu brechen. Pausenlos waren hier bis gestern Nachmittag Feuerwehrleute damit beschäftigt, den völlig durchweichten Damm mit Sandsäcken zu sichern. Bis zum frühen Abend wurde mit einem Pegelhöchststand der Else von 2,89 Meter gerechnet. Vorsichtshalber wurde ein Pferdehof evakuiert.

Nächtlicher Dauereinsatz auch für das Team des Engeraner Bauhofs: Rund um die Uhr waren Mitarbeiter unterwegs, um die Schäden des Starkregens zu beseitigen, sagt der Leiter der städtischen Wirtschaftsbetriebe, Thomas Holz.

Eine Nacht wie die zum Freitag ist für die freiwilligen Helfer alles andere als Routine: "Da ist man schon am Rotieren", berichtet Thomas Reschke. "Das war ein bisschen Ausnahmezustand", sagt auch Heinz Jürgen Tomann. Eine solche Häufung von Einsätzen habe es das letzte Mal beim Sturmtief Kyrill gegeben. Dennoch: So schlimm wie Osnabrück oder den Kreis Steinfurt im Münsterland habe es die Region Enger-Spenge nicht getroffen: "Dort ist sogar Katastrophenalarm ausgelöst worden", sagt Tomann. "Da sind wir hier nochmal mit einem blauen Auge davongekommen."

 

TEXT: MAREIKE PATOCK | Foto: MAREIKE PATOCK | QUELLE: Neue Westfälische